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Season 3 Nora

Julia Thorne

Abenteurer
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Hi,

ich bin bisher aus Zeitgründen ja noch nicht aktiv ins RP mit eingetreten. Es juckt mich aber bereits irrsinnig in den Fingern. In der letzten Woche hab ich viel darüber nachgedacht und mich dazu entschlossen, doch gerne eine andere Perspektive zu wählen, als die ursprünglich geplante. Bitte entfernt Hannah Baker. Sie werd ich vielleicht zum Leben erwecken, wenn Nora irgendwann ihre Geschichte geschrieben hat. Jetzt will ich aber erst einmal etwas ausprobieren, was ich bereits in Season 2 versuchen wollte. Leider hatte ich damals nicht mehr die Zeit dazu, darum stell ich mich dieses Mal dieser Herausforderung :achappy: .

Ich war in Season 1 mit Julia Thorne und in Season 2 mit Elena Moralez mit dabei und freu mich schon, wenn ich ab Anfang November endlich zwischen Studium, Beruf und Privatleben die Zeit finde, aktiv mit einzusteigen :achappy: .


NORA
Geboren in Charleston (South Carolina, Amerika), 1825
Wohnt auf einer Tabakplantage im näheren Umkreis von Charleston
Alter: 17 Jahre


“Es ist jetzt schon mehr als drei Wochen her und sie sieht immer noch nichts”, tönte die verärgerte Stimme von Mistress Gates aus dem Nebenraum. “Was soll ich bitte mit einem blinden Hausneger anfangen? Nora stößt ständig Dinge um oder verschüttet etwas!”
“Und das ist jetzt meine Schuld?”
“Ob das …? Natürlich ist das deine Schuld!”, erwiderte Mistress Gates anklagend. “Hättest du ihr nicht die Seele aus dem Leib geprügelt, könnte sie zumindest noch noch sehen! Und weiß Gott, was die Schläge auf den Kopf sonst noch alles angerichtet haben! Ich glaube, dass sie seither nicht mehr ganz richtig ist. Hat letztens etwas von Glocken gefaselt, die sie hört, obwohl doch gar nicht Sonntag war. Und dazu noch diese dauernden Träumereien. Sie ist wirklich nicht mehr sie selbst.”
“Jetzt darf ich meinem Besitz also keine Manieren mehr beibringen?”, antwortete ihr Ehemann und schnaubte. “Auf meinem eigenen Grund und Boden? Ich sag dir mal was Frau, ich will zu dieser Sache kein Wort mehr hören. Ich bring dir morgen aus Charleston eine neue mit und damit hat sich das erledigt!”
“Schön", sagte Mistress Gates spitz. “Und was passiert mit Nora?”
“Ich kümmere mich um sie”, antwortete der Master und beendete damit die Diskussion.

Zitternd schlang ich die Arme um meine Knie. Master Gates hatte soeben mein Todesurteil ausgesprochen. Er würde sich meiner entledigen, wie bei einem alten Hund, den man nicht mehr brauchte Einen Augenblick später hörte ich bereits die schweren Stiefel ins Zimmer poltern.
“Steh auf”, sagte der Master.
“Master Gates, bitte”, stammelte ich. “Bitte, ich kann lernen damit umzugehen. Ich kann-”
“Nein”, unterbrach er mich und kam auf mich zu. Ich hörte Kleidung rascheln, als er sich hinkniete und zuckte erschrocken zusammen, als er nach meinen Armen griff. Sein warmer Atem war auf meinem Gesicht zu spüren. “Nein, Nora. Ich hab in den letzten Tagen etwas rumgefragt, um zu sehen, ob ich dich nicht doch noch irgendwie auf andere Weise loswerden kann. Aber keiner wollte dich. Ich kann’s ihnen nicht verübeln. Ich würde dich in deinem jetzigen Zustand auch nicht kaufen.” Er sprach sanft, als würde er einem kleinen Kind Dinge erklären, die für ihn nur allzu offensichtlich, dem Kind aber völlig unverständlich waren. “Ich kann keinen zusätzlichen Esser auf der Plantage brauchen, der seinen Teil der Arbeit nicht ordentlich erfüllt. Keiner kann mir garantieren, dass du eines Tages wieder sehen kannst. Und jetzt steh auf, wir gehen ein Stück.”
Mein Zittern verstärkte sich.
“Ich sagte, steh auf”, kam der Befehl des Masters ein weiteres Mal, deutlich schneidender, aber ich war unfähig mich zu bewegen, kauerte am Boden.
“Aufstehen.” Sein Tritt trieb mir die Luft aus der Lunge. “Sofort!”
Zwei weitere Tritte folgten, bis ich mich langsam aufzurichten begann.
“Beeilung, ich kann mich nicht den ganzen Tag mit dir befassen. Schlimm genug, dass mir meine Frau deinetwegen die Hölle heiß macht”, sagte er, legte mir einen Strick um den Hals, straffte das Seil und zog mich mit nach draußen. Das Seil kratzte über meinen Hals, als ich hinter ihm her stolperte und versuchte, nicht dabei zu stürzen.

Ich hörte, wie die anderen Sklaven draußen verstummten und fühlte ihre Blicke auf mir lasten. In stummer Resignation verabschiedeten sie sich von mir. Was wohl mein Bruder getan hätte, wenn er noch hier wäre? Michael hätte bestimmt nicht bloß tatenlos zugesehen. Aber er war nicht hier, denn genau dieser Wesenszug hatte ihm schon vor über zwei Jahren den Tod durch die Peitsch eingebracht. Der Herr duldete keinen Ungehorsam. Niemals.

Meine Tränen flossen ungehindert. Ich schluchzte, flehte den Master um Gnade an, gelobte bedingungslose Treue, doch mein Bitten und Betteln blieb unerhört.
Bald verblasste die sengende Hitze der Sonne und wir erreichten die Bäume am Rande des Geländes. Master Gates warf das Ende des Seils über einen dicken Ast und ich fühlte, wie der Druck auf meinen Hals zunahm. Er zog weiter am Seil und befestigte es an einem anderen Ast, so dass es sich nicht mehr von selbst lösen würde, sobald er losließ. Röchelnd schnappte ich nach Luft. Mit den Zehenspitzen konnte ich den Boden gerade noch erreichen.
“Tu dir selbst einen Gefallen und kämpf nicht dagegen an.”
“Master!”, wollte ich rufen, doch der Ton endete in einem verzweifelten Würgen.
Ich konnte nicht loslassen. Konnte nicht aufhören, mich mit den Zehen abzustützen, obwohl ich wusste, dass es mein Leiden nur unnötig verlängerte.
Master Gates ging, ohne noch einmal das Wort an mich zu richten. Seine Schritte entfernten sich und ich blieb allein zurück.

Allein? Nein, nicht allein. Ich spürte, dass etwas in der Nähe war. Es schlich um mich herum und schien auf den richtigen Moment zu warten. Meine Augen waren weit aufgerissen und doch nicht in der Lage mehr zu sehen als Dunkelheit.

Meine Welt schwand und bestand nur mehr aus dem bisschen Luft, das ich erhaschen konnte. Nicht mehr fähig zwischen Minuten und Stunden zu unterscheiden, spürte ich, wie ich schwächer wurde. Meine Muskeln verkrampften allmählich und es wurde zunehmend schwerer, aufrecht zu bleiben. Das Klingeln in meinem Kopf kehrte zurück, peinigte mich höhnisch, verwehrte mir einen stillen Tod. Meine Sinne schwanden und ich dämmerte weg in eine allumfassende Schwärze, die mich zu verschlingen schien.
 
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