Season 2 Mariposa "Marie"

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Marie
#1
Huhu ihr Lieben,

Mein Name ist Jennifer ( Kitty ), ich bin 27 Jahre jung, komme aus Österreich und spreche fließend Sarkastisch :acyay:
Seit Anfang des Jahres spiele ich "Conan Exiles" auf einem RP Server und dort habe ich auch die wundervolle Chaoten Partie bestehend aus den Kohle Brüdern, Vince, Rotnacken und Kevin kennengelernt.
Nachdem ich früher schon Ark gespielt hab, allerdings nie auf einem RP Server und ich es durch die jetzige RP Erfahrung nicht mehr missen möchte, möchte ich gerne diese zwei Dinge miteinander verknüpfen und mich auf eurem Server bewerben :achappy:

Steam ID: 76561198242816990

Hier mein Charakter Text:


Es fühlt sich schrecklich an, wenn die sorgenlosen Kindertage vorbeigezogen sind und du realisierst in was für einer Welt du eigentlich lebst ohne dass du es dir ausgesucht hast.

Zu viele Menschen, zu wenig Platz. Keine Natur und keine Tiere mehr auf den hunderten Planeten die ich aus Erzählungen kenne. Die Menschen haben sich alles genommen und noch viel mehr. Die Erde und die Natur waren zerstört und ausgebeutet bis aufs Letzte.

Mit der steigenden Armut, haben sich die Reichen von den Armen getrennt und eigene Planeten besiedelt in denen sie der Armut nicht begegnen müssen und in Ruhe in ihrer Scheinwelt leben können.

Das niedere Volk hingegen wurde zurück gelassen auf den verschmutzten und verwahrlosten Planeten. Sich selbst überlassen. Sie lebten im Dreck der Reichen.

Doch der Oberschicht wurde schnell langweilig auf ihren schönen Planeten und so bürgerte es sich ein, dass sie sich Sklaven holten und die armen Familien karg dafür belohnten.

Es wurden regelmäßig Transporte durchgeführt und der Menschenhandel gehörte zum Alltag. Die Reichen sagten was sie brauchten und es wurde ihnen gebracht.

Die untere Schicht hatte oft keine Wahl, denn es war zu verlockend. Ein Kind herzugeben und dafür fünf weitere groß ziehen zu können ohne aus dem Müll essen zu müssen.




"Du kannst jetzt den Tee servieren Nr.5, wir warten im Speisesaal. Beeil dich und verschütte nichts"

Meister Denaro hatte nicht wirklich Geduld. Alles sollte immer schnell gehen und zu seiner Zufriedenheit geschehen. Wir alle hatten keine Wahl und konnten auch keine weitere Strafe mehr aushalten.

Die Seele und der Wille waren fast gänzlich gebrochen durch die jahrelange Unterdrückung, Schändung und Demütigung.

Mich nannte er Nr.5, obwohl mein früherer Name Mariposa "Marie" war. Fast hätte ich ihn schon vergessen, zu lange ist es her und die Erinnerungen verblassen im Angesicht der Jahre immer mehr. Ich bin eine ganz normale Frau, die nie wirklich etwas gelernt hat oder besonders gut kann. Meine wahren Fähigkeiten und Interessen konnte ich nie kennenlernen und ausleben.

Das letzte Bild an das ich mich erinnern kann, war als mich meine Mutter an die Hand nahm (ich war damals gerade mal 14 Jahre alt) und zu mir sagte: "Kleine Mariposa, verzeih mir bitte. Wir müssen diesen Weg gehen und können damit deine Geschwister retten. Es wird dir gut gehen und uns rettet es das Leben. Das werden wir dir nie vergessen. Du hast eine lange Reise vor dir und ich weiß, dass du es schaffen wirst. Du bist die älteste und die stärkste. Gib Acht auf dich und tu immer was der Meister dir sagt.”

Dann übergab sie mich in dieser dunklen und windigen Nacht an einen schwarz gekleideten Mann. Er gab ihr einen Beutel in die Hand und Mutter ging zurück ins Haus. Sie blickte nicht mehr zu mir zurück, doch ich hörte sie in unserem maroden kleinen Haus schluchzen.

Der Mann nahm mich mit auf eine lange Reise, er sprach kein Wort mit mir. Ich war verwirrt, hatte Angst, wusste nicht was passiert und wo wir hinfuhren. Doch in meinem Inneren wusste ich, dass mein Schicksal besiegelt ist und ich meine Familie nie wieder sehen werde.

Die Reise dauerte sehr lange und wir blieben immer wieder stehen und neue Mädchen kamen dazu. Es ging ihnen wie mir, ich sah es in ihren Augen. Als der Wagen voll war mit jungen Mädchen blieben wir am Ende einer langen Straße stehen. Der Mann, der bis jetzt kein Wort, gesprochen hat gab uns eine Tablette die wir nehmen mussten.

Ich wollte nicht, doch hatte ich eine Wahl? Was konnte ich schon ausrichten gegen mein Schicksal...

Ich schluckte das unbekannte Medikament, sah noch einmal in den Sternenhimmel und fiel in einen langen Schlaf.

Mariposa heißt kleiner Schmetterling, hat meine Mutter immer gesagt. Einen echten Schmetterling habe ich noch nie gesehen. Ich kenne ihn nur aus alten Büchern. Ein paar davon habe ich in meinem kleinen Raum in dem ich lebe. Ich lese diese Bücher schon zum hundertsten Mal, immer und immer wieder. Die schönen Bilder von Tieren, der Natur und der einstigen Vollkommenheit der Erde. Dort sind Bilder von Wasserfällen, Blumen, kleinen und großen Tieren, Nebel, dem morgendlichen Tau auf den Wiesen und rosafarbenen Sonnenuntergängen.

Doch diese Welt existiert nur noch in den alten Büchern. Längst sind alle Tiere ausgestorben und alle saftigen Wiesen durch Müllhalden ersetzt worden.

Drei andere Mädchen und ich kamen bei Meister Denaro unter. Er war einer der einflussreichsten Männer wie wir mit der Zeit erfahren haben. Er war ein alter und grausamer Mann, verbittert und ohne jegliches Gefühl in sich.

Dies zeigte er nicht wenn er hohen Besuch hatte, sondern nur wenn er mit uns Mädchen alleine war. Viele meiner Leidgenossinnen konnten so nicht leben und gingen von dieser Welt. Ich konnte es ihnen nie übel nehmen. Doch ich war stark, und das gefiel dem Meister. Er konnte viel mit mir machen und er wusste, dass ich jede Aufgabe erfüllen würde. Wenn ich ihm gut diente, dann durfte ich am Abend in meinen Büchern lesen und in meine heile Welt fliehen. Das nahm ich in Kauf und fand mich mit meinem Schicksal ab.

Bis eines Tages ein Mädchen kam, sie hieß Larissa und war für mich von dem ersten Moment an wie eine Schwester. Sie war so jung, zerbrechlich und vollkommen rein. Am Abend hörte ich sie in ihrem Bett weinen, ich ging dann zu ihr um ihr vor zu lesen bis sie einschlief. Larissa war der erste Mensch dem ich vertraute und den ich bedingungslos zu lieben lernte. Wir hielten zusammen und gaben uns gegenseitig Kraft in dieser trostlosen, nie enden wollenden Welt.

Es war der 3. Juli 2398. Diesen Tag werde ich nie vergessen.

Meister Denaro hatte uns beauftragt den Speisesaal herzurichten, er erwartete hohen Besuch diesen Abend und möchte wie immer alles perfekt haben. Larissa und ich arbeiteten fleißig während der Abend näher rückte.

Der hohe Besuch Namens "Herr Beslie" traf ein und die Männer nahmen ihr Essen im Speisesaal ein. Ich hatte den ganzen Abend ein ungutes Gefühl im Bauch und spürte auch die Angespanntheit in Larissa. Die Männer tranken und wurden immer respektloser.

Schließlich waren wir ihr Eigentum, wie sie es sagten und sie durften alles was sie wollten mit uns machen. Beleidigt und erniedrigt mussten wir gute Miene zum bösen Spiel machen.

Plötzlich stand Herr Beslie torkelnd und lallen auf, schnappte sich Larissa am Arm und zerrte sie weg. Er schmiss unserem Meister noch ein Kuvert zu und sagte: "Das muss genug sein für dieses Mädchen.” Worauf Denaro einfach grinste und sich wegdrehte.

Ich sah die Verzweiflung in ihren Augen und wollte ihn abhalten mit ihr nach unten zu verschwinden, was mir eine kräftige Ohrfeige verpasste.

Das war das erste Mal, dass ich mich gegen die Meister auflehnte. Ich wollte nicht, dass Larissa etwas passiert. Sie war zu zerbrechlich und ich wusste sie würde es nicht schaffen. Es würde sie für immer verändern.

In dieser Nacht habe ich kein Auge zugemacht. Ich wartete bis die Tür aufging und Larissa rein kam. Doch das passierte nicht. Ich war unruhig.

Letztendlich konnte ich dem Drang nicht mehr nachgeben und ging auf die Suche nach Larissa.
 
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Marie
#2
Viele Räume hatte dieser Palast, doch mein Weg führte mich in den Keller. Totenstille.

“Larissa?”

Niemand zu sehen. Das einzige was ich hörte war ein wegfahrendes Auto. Das muss Herr Beslie gewesen sein. Ich hoffte dass er Larissa nicht mitgenommen hat.

Als ich den letzten Raum im Keller öffnete offenbarte sich mir ein Bild, welches mich bis heute in meinen Träumen verfolgt. Da lag sie.

Als würde sie friedlich schlafen und in den Sternenhimmel blicken. Ihr wunderschönes Haar umhüllte ihren Körper wie der morgendliche Tau die Wiesen in meinen Büchern.

Ich konnte nicht atmen, nicht denken. Ich war leer. Man hat mir das Letzte genommen was ich auf dieser Welt hatte.

Ohne auch nur nachzudenken, ging ich ferngesteuert nach oben in die Küche. Alles lief wie in einem Film ab.

Ich nahm mir das große Küchenmesser, ging ins obere Stockwerk, öffnete die Türe von Meister Denaros Schlafzimmer. Die Beiden Mädchen die neben ihm lagen erschraken sich und liefen hinaus. Noch benebelt vom Rausch, lallte er mir Worte entgegen, die mich wenig beeindruckten. Ohne ein Wort zu sagen ging ich zu seinem Kopf, blickte ihm ein letztes Mal in die Augen und schlitzte ihm die Kehle auf.

Danach ließ ich mich in das Bett fallen und starrte zur Decke.

Ich hatte keine Kraft zu fliehen. Es war mir egal, was mit mir passieren würde. Schlimmer konnte es nicht kommen. So viele Jahre der Qualen in diesem Haus. Ich werde nie wieder einem Menschen trauen oder einen lieben können. Menschen sind grausam und böse.

Viele Stunden lag ich neben ihm, bis ich abgeholt wurde. Sie haben mich in ihr Auto geschleppt. Ich verstand nicht alles was sie sagten, alles war dumpf und tot.

Nur ein Satz blieb mir in Erinnerung: “Der nächste Flug auf die Gefängnisinsel startet in 3 Tagen. Sie kommt genau richtig. So ein junges und schönes Ding wird uns gut unterhalten können."

In meiner grauen Zelle angekommen, kam ein Arzt zu mir. Er nahm meinen Arm und ich verspürte einen Schmerz. Der Arzt sah mich an und sagte zu mir: “Mein Kind, glaub mir - es kann nur besser werden. Gib nicht auf."

Ich wusste nicht, was er meinte und ignorierte seine Worte. Was waren sie schon wert?

Am nächsten Tag klopfte es an meiner Zelle. Zwei Männer kamen herein, ich spürte einen dumpfen Schlag auf den Hinterkopf und alles wurde schwarz.

"Da drüben hinter dem Regenbogen. Da gibt es ein Land, wunderschön und vollkommen. Überall leben Tiere. Pflanzen, Bäume bis in den Himmel. Ozeane gefüllt mit den schönsten Kreaturen." So endete mein Lieblingsbuch das ich jeden Abend gelesen habe. Diese Zeilen werde ich nie vergessen.

Und als ich aufwachte blickte ich in den Himmel. Es roch nicht wie aus Kindertagen gewöhnt nach Müll. Es roch nach Wasser, Steinen und Pflanzen. Der Wind wehte durch mein Haar und ich spürte den Sand unter meinem Körper. Lange Zeit blieb ich so liegen, starrte in den Himmel und zählte die Wolken.

Bis mich eine sadistische Männerstimme aus meinen Gedanken riss......"Lasst die Show beginnen, Sklavenmädchen.”


Danke fürs Lesen und konstruktive Kritik ist gerne gesehen. Ist mein 2. Rp Char Text den ich schreibe und ich lerne stetig :achappy:

Liebe Grüße
Kitty
 
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Marie
#3
Nachdem ich halbwegs zu mir gekommen war und meine Gedanken sortiert hatte, wurde mir klar das ich noch lebe und nicht träume.

Die Worte hallten immer wieder in meinem Kopf nach und ich wusste wo ich bin.
Oft hatte Meister Denaro von diesem Ort erzählt, wenn er sich mit Kunden unterhielt. Doch ich habe ihn nie ernst genommen, nachdem er dem Alkohol sehr oft verfallen war.

Das heißt ich sitze hier auf einem Planeten mit Sträflingen? Mördern? Dem Abschaum der Gesellschaft?
Und ich gehöre dazu?

Ich weiß nicht mehr was ich denken soll, ich habe Angst und bin verwirrt.
Aber zum ersten Mal in meinem Leben fühle ich etwas Freiheit.
Was soll mir hier schon schlimmeres passieren, als es schon die Jahre zuvor geschehen war?

Ich beschloss meine Gedanken etwas beiseite zu schieben und mir diese unglaublich wunderschöne Umgebung anzusehen.
Es war wie in meinen Büchern, fast zu schön um wahr zu sein.
Pflanzen, Bäume und Tiere anstatt Müll, Gestank, Beton und Menschen.
Es hört sich grotesk an, doch irgendwie scheint es das Paradies zu sein.

Ich konnte alles was ich sah nicht glauben und lief erstmal durch die Blumenwiesen.
Die Bäume schienen bis in den Himmel zu wachsen, der Sand glitzerte goldgelb und das Wasser wirkte verlockend klar.

Das erste Tier, dem ich begegnete war etwas das aussah wie ein goldenes Huhn. Es gackerte mich an und lief geschwind davon mit seinen kurzen Beinchen. Ach wie schön dieser Ort doch ist.

Doch bald lernte ich auch andere Bewohner kennen, die mich wohl sehr gerne zum Frühstück verspeisen wollten.
Ich blieb oft lange stehen, musterte und beobachtete sie und vergaß davon zu laufen. So unglaublich schön waren sie.
Wie ein kleines Kind im Spielzeug Laden lief ich mit offenem Mund umher und sog jedes einzelne Bild, jeden Geruch und jedes Geräusch in mir auf.

Wovon ich viel mehr Angst hatte, waren die anderen Menschen hier. Wenn es überhaupt welche gibt?
Ich musste mich in Acht nehmen und beschloss "unsichtbar" zu sein, sowie ich es die letzten Jahre auch war.
Ich wollte nicht auffallen und verhielt mich dementsprechend. Schleichend, ohne einen Ton lief ich durch die Wälder, immer darauf gefasst zu sein im Dickicht zu verschwinden. Dabei kamen auch viele Sträucher zum Vorschein und die Beeren sahen verlockend aus. Mein Magen rebellierte schon und so beschloss ich mich dem hinzugeben und diese zu essen.
Es war wie ein Festmahl und sicherte meine Ernährung für die nächsten Tage.

In der Nacht, die noch wunderschöner war als der Tag, schlief ich in einer Felsspalte und hoffte nicht gefressen zu werden. Viel geschlafen habe ich nicht. Ich lauschte den Geräuschen und betrachtete die kleinen grünen Leuchtpunkte die wie tanzende Lichtwesen wirken. Sie verwandelten die Nacht in ein Kunstwerk aus Licht und Sanftheit. Dieses beruhigende Bild verhalf mir dazu, irgendwann doch Schlaf zu finden.

Die nächsten Tage vergingen schnell und ich lernte was es wirklich heißt zu überleben. Ich sammelte, versuchte zu bauen und lernte jeden Tag dazu. Dieses Ding in meinem linken Arm half mir, es war wie ein Buch mit kleinen Rezepten das mir ein wenig Wissen lieferte.

Diese Welt war einfach riesengroß und bald merkte ich, dass ich auf einer Insel gefangen war. Denn als der Nebel verschwand konnte ich in weiter Ferne noch mehr Landschaft erblicken.
Ich wollte dorthin!
Der Drang das Land zu entdecken war zu groß, auch wenn ich wusste das ich etwas vorsichtiger sein muss. Oft war ich dem Tod doch näher als dem Leben und meine Kraftreserven gingen langsam zu Ende.

Ich war doch schon sehr lange hier und diese Insel schien nicht mein Freund zu sein. Diese kleine Strohhütte die ich mühevoll gebaut habe, die brach schnell in sich zusammen. Zu viele Tiere witterten wohl meinen Geruch darin und wollten an die Delikatesse heran kommen.
Und so verlor ich eine Hütte nach der anderen. Doch was mich noch mehr verunsicherte war dieses riesige Gebäude das ich bei einem meiner Rundgänge auf der Insel entdeckte.
Es war riesengroß und machte mir Angst. Wer wohnt hier? Was sind das für Menschen? Würden sie mir etwas antun?

Geleitet von der Angst auf einer Insel eingesperrt zu sein mit Sträflingen und nicht allzu freundlichen Tieren, beschloss ich weiter zu ziehen.
Ich vereinte meine Kreativität und Kraft und begann so etwas wie ein Floss zu bauen. Viele Anläufe brauchte es, bis mich das Ding auch tragen konnte. Viele Sachen hatte ich nicht. Sie passten in eine kleine Kiste die ich mit auf das Floss nahm als ich diese Insel verließ.

Und es fühlte sich gut an.
Die warme Luft die durch mein Gesicht strich und das Salz auf meinen Lippen. Freiheit.
Ich schloss die Augen und lies mich treiben. Ich wollte ewig auf diesem Boot leben, so schön fühlte es sich an.
Ich kam an vielen schönen Orten vorbei, sah unglaubliche Gebilde und Tiere und fühlte mich sicher auf meinem Gefährt.

Bis ich nach tagelanger Reise an einen Ort kam, der etwas unheimliches an sich hatte.
Wälder die im Wasser verschwanden, grüner Sumpf und eine unglaubliche Stille. Die Wurzeln der Bäume gruben sich tief in den Sumpf und die Sicht nach unten wurde immer trüber. Je weiter ich in dieses Gebiet eindrang, desto stiller und dunkler wurde es.
Ich hielt oft den Atmen an, sodass ich mich voll und ganz der Stille hingeben konnte. Es war wunderschön, auch wenn meine Hände zitterten weil ich nicht wusste was hier noch für Gefahren lauerten.
Und als ob ich es geahnt hätte, erblickte ich beim durchqueren der Sumpf Passagen neue Gebäude. Eine Windmühle und weitere große Gebilde.
Ich erschrak bei dem Anblick und der Gewissheit das hier vielleicht auch noch mehr Menschen sind. Ich stand lange davor und musterte das Gebäude. Es hatte etwas ruhiges an sich un fesselte mich einige Minuten. Dann riss mich ein Geräusch aus meinen Gedanken und Panik stieg in mir hoch. Ich sollte schnell verschwinden bevor mich jemand sieht.

Ich hoffte, nicht entdeckt worden zu sein und versuchte rasch umzukehren.
Dabei blieb der vordere Teil von meinem Boot in einem großen Sumpf Baum hängen. Ich kämpfte, bekam Panik, wollte schnell hier weg.
Meine Geräusche lockten wohl noch mehr Tiere an, denn ohne einer großen Chance zu reagieren, packte mich etwas und riss mich von meinem Boot.
Es schwamm mit mir davon, hielt mich mit seinen kräftigen Zähnen fest. Sie bohrten sich tief in mein Fleisch und der Schmerz zwang mich ruhig zu halten.
Die Welt begann sich zu drehen und ich wurde ohnmächtig.

Ich wusste nicht wie ich der Bestie entfliehen konnte und was geschehen war. Jedoch befand ich mich wieder auf einer Insel als ich erwachte.
Ich hatte nichts bei mir, doch ich lebte.
Kraftlos lies ich mich in den Sand fallen und weinte stundenlang.
Mein schönes Boot, mein Ort der Zuflucht liegt irgendwo weit weg in den Sümpfen in der Nähe dieses großen Gebäudes. Alle meine Sachen sind darauf.
Aber wie komme ich dorthin? Wurde ich vielleicht schon gesehen?

Ich hatte keine Ahnung was ich tun soll und ob ich so eine Reise nochmal schaffen würde, wo meine Kraftreserven fast gänzlich aufgebraucht sind.

So blieb ich im Sand liegen, starrte in den Himmel und versank in Selbstmitleid.
Wie soll es eine einfach Frau wie ich es bin alleine schaffen?

"Du bist unfähig, kannst nichts außer dienen und du bist nichts Wert Sklavenmädchen"

Das waren die Letzten Worte die Meister Denaro zu mir sagte, als ich an jenem Abend meinen ganzen Mut zusammen nahm und ihm die Ohrfeige verpasste.
Vielleicht hatte er wirklich Recht.

Ich bin verloren in dieser Welt ...
 

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