Season 2 Louis Morel

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Quinn Fennek
#1
Hallo ihr wunderschönen Menschen,

ich fand zu diesem Server durch eine YouTube-Reihe von Elias Wachwinkel. Wie dort bereits
freundlich angedroht, bewerbe ich mich hier nun voller Hoffnungen für die gemeinsam
zu gestaltene Zukunft.

Mein Name lautet Merle. Ich bin Mitte zwanzig, wohne in Niedersachen, arbeite hobbytechnisch
als Autor und möchte klassische Musik studieren.

Steam-ID: 76561197999880052

Die Rollenspielerfahrungen mag ich auch schnell umreißen:
Leitung diverser Rollenspielprojekte (WoW, SW:ToR),
P&P (SW, DsA, WoD:Vampire aus der Alten Welt, Shadowrun, RATTEN!!, Call of Cthulhu, KULT, ... ),
LARP (Vollstrecker aus Leidenschaft von Strange-Land e.V. als eine der Hauptcharaktere,
Menk-Con, Plotteam ConQuest, ... )

In ARK selber habe ich bisher noch kein Rollenspiel gespielt, habe da aber einige Ideen.
Wenn man erlaubt, werde ich nun einige Worte zu dem Charakter loswerden. Dabei bitte
immer bedenken, dass man niemals den Autoren für den Inhalt seiner Texte verantwortlich
machen darf... ^-^

______________


"T'as un problème? Branche donc cette putain de prise!"


Ein schrilles Geräusch dringt aus dem Communicator und reißt mich aus dem Schlaf der Toten. Viel zu früh, wie es scheint. Einen Moment noch bleibe ich liegen, bis ich mich aufraffe um das Störgeräusch zu eleminieren. Das war mein Glück, denn für gewöhnlich kann ich auch bei lauten Geräuschen einfach weiterschlafen, und hätte diese Wecksirene einfach ignorieren können. Doch nun sehe ich, dass ich verschlafen habe – und das geschieht mir gerade nicht zum ersten Mal. Verfluchtes Galaxies of Bitchcraft. Zwar ist es ein geniales Spiel, frisst aber zuviel der Nachtzeit. Oder aber die Arbeit frisst zuviel der Tageszeit.

Mit noch schlaftrunkenen Schritten wanke ich durch das Schlachtfeld meiner Wohnung, weiße Pappschachteln mit alten Pizzaresten, einigen Getränkedosen ('Werden Sie wach mit Taurin!') aus, reiße fast ein Regal herunter, als ich über einen Berg alter Wäsche stolpere, und lande schließlich im kleinsten Raum meiner Wohnung, dem Badezimmer. Der Mann, der mir aus dem Spiegel entgegenblickt, wirkt erschöpft. Tiefe Augenringe dominieren das gut genährte Gesicht eines jungen Franzosens, der das Gesicht verzieht, als er sich kaltes Wasser über das Antlitz gießt. Die Haare müssen sitzen. Scheiß auf den Rest, die Haare sind wichtig. Es ist immerhin ein Eindruck, und wahrscheinlich auch der wichtigste. Ich betrachte sie kurz nachdenklich. Die Seiten sind recht kurz rasiert und das Haupthaar modisch lang geschnitten, darüber hinaus habe ich sie blondiert. Sie sind fast schon weiß. Fuck, das sieht gut aus. Ich weiß, Eitelkeit hat seinen Preis, aber einen Preis, den man zu zahlen bereit sein muss. Und in diesem Fall heißt die Währung Zeit.


ACS prangt auf dem kleinen Schild neben einer Tür, an der unauffällig ein Einlesegerät für firmeneigene Chips angebracht ist. Dieser Eingangsbereich gehört zu einem riesigen Firmenkomplex der AmeriComStar, und in diesem Fall zu der Tochterfirma und -zentrale in Frankreich. Sie sind hauptsächlich für Kommunikationsanlagen und Versicherungen zuständig, haben aber auch ihre Hände mit in der Rüstungsindustrie und anderen Dingen, über die ich eigentlich gar nicht so genau nachdenken möchte. Es ist erst wenige Wochen her, dass ich - verantwortlich für die Wartung verschiedener Großserver - ausversehen über eine Datei gestolpert bin, für die meine Sicherheitsstufe bei weitem nicht ausreicht. Es ging um Gen-Segmente, und soweit ich es überblicken konnte, gab es unzählige Informationen über Angestellte der ACS, dubiose Querverbindungen zwischen Mitarbeitern und einiges an Daten über Stammbäume. Wirklich nicht, ULTRA ist nichts was ich sehen will.

Wenige Minuten später hämmere ich mit meiner Faust gegen die verdammte Tür. Fuck, natürlich habe ich meinen Ausweis nicht mitgenommen. Zu spät und ausgesperrt. Dass mich Kameras gerade beobachten ist mir klar, aber warum niemand seinen scheiß Arsch bewegt um mich reinzulassen, nicht. Es sei denn...
Eine Sprechanlage ertönt. Es ist Eloi, ein Arschloch.
»Guten Tag, Monsieur. Würden Sie sich bitte zu erkennen geben?«
Er weiß wer ich bin, aber er steht auf dumme Spielchen. »Louis. Louis Morel.« Eine Begrüßung spare ich mir. »Lass mich rein, Mann. Ich muss anfangen... «
Eine kurze Pause. »Ohne Karte? Das könnte Schwierigkeiten verursachen, Louis... «
Wie ich ihn hasse. Aus meiner Hosentasche fische ich ein Portemonnaie und wedle mit einem Zehner. Es dauert nicht lange und die Tür öffnet sich. Wenn ich ihm für die zehn Piepen wenigstens eine hätte reinhauen dürfen...


»WO IST DIESER VERDAMMTE MOREL?« In der Abteilung brennt die Luft. Gerade erst komme ich zur Tür herein, da höre ich schon die Schimpftiraden meines Vorgesetzten. Scheinbar gibt es Probleme mit den Lüfter- und Kühlanlagen im Keller. Einige Defekte, verschmorte Kabel, und nun das Problem, dass bald der ganze Keller abfackeln wird, wenn man sich nicht schnell darum kümmert. Unter Zuhilfenahme meiner aus 'Thief XIII' gelernten Schleichfähigkeiten schaffe ich es an der Tür von dem Choleriker vorbeizuschlüpfen, ziehe mich um, schnappe mir meinen Pager und verschwinde in Richtung der Fahrstühle. Während ich auf den Knopf nach unten hämmere, lese ich mir den ersten Schadensbericht durch, damit ich mich schonmal darauf einstellen kann, was mich gleich erwarten wird.

Die Tür zum Fahrstuhl öffnet sich und ein erwartungsvoller Sekretär grinst mich dümmlich an, als ich einsteige. Er scheint noch nicht mitbekommen zu haben, was hier gerade am geschehen ist, und versucht mich in ein ziemlich altkluges Gespräch über verschiedene Betriebssysteme zu verwickeln, welchem ich gekonnt mit einigen laschen Bemerkungen ausweiche. Zwei Etagen später kann ich ihn schließlich murrend verabschieden, als er enttäuscht aussteigt und mich alleine zurücklässt.


Es scheint eine Ewigkeit zu vergehen, bis die Kabine sich wieder in Gang setzt, allerdings ... tut sie das in die falsche Richtung. Ich runzle meine Stirn, während ich wiederholt auf den Knopf in den Keller drücke, doch die Anzeige reagiert nicht. Leise fluche ich, während ich den Pager mit meinem Communicator verbinde um die Zentrale zu erreichen, und die nächste Überraschung folgt. NO CONNECTION. Was zur Hölle? Ich bin mitten in der ACS-Zentrale. Hier hat man Empfang. Kurz kommen mir wieder die technischen Probleme aus dem Keller in den Sinn, doch das kann nicht sein. Das Intranet hat seine Schaltzentrale weit oben und ist auf jeder Etage mit mehreren Sendern ausgestattet. Mein Blick schielt hoch auf die Anzeige des Fahrstuhls. Die Zahl wächst zuerst langsam, dann aber immer schneller. Und während sie das tut, merke ich, wie es mich langsam zu frösteln beginnt. Es ist nicht nur, dass der Fahrstuhl zu schnell wird und höher hinaus geht, als er überhaupt können sollte, sondern tatsächlich - die Temperatur nimmt immer weiter ab, so wie schließlich auch die Geschwindigkeit des Fahrstuhls. Die hunderste Etage in einem Gebäude, welches nur dreißig Stockwerke besitzt, und ich stehe hier, umklammere meine Oberarme und atme weiße Luftwolken aus. Und immer noch habe ich keinen Empfang.
 
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#2
Erst als meine Fingerspitzen langsam anfangen taub zu werden, öffnet sich lautlos die Fahrstuhltür und offenbart mir einen mehr als nur unerwarteten Anblick. Vor mir befindet sich eine Halle gigantischen Ausmaßes. Sie besteht ganz und gar aus Marmor; einem endlosen Weiß, nur mit der schwachen Maserung des Steines unter der Politur. Und in der Ferne, schätzungsweise einhundert Meter von mir entfernt, fast auf der anderen Seite dieses Ortes, steht ein Schreibtisch, flankiert von zwei Staturen riesiger Gargoyles, die sich in ihrer Schwärze deutlich von der Umgebung abzeichnen.
Hinter mir schließt sich die Tür des Fahrstuhls wieder. Ich habe gar nicht gemerkt, wie ich aus ihm heraus getreten bin um die Halle genauer zu mustern, doch als ich mich nun umdrehe, sehe ich nur die glatte Wand, wo eben noch die Tür gewesen sein musste.
»Kommen Sie nach vorne, Monsieur Morel.« Ich zucke zusammen und wirble herum. Die Stimme scheint neben mir gewesen zu sein, doch sehe ich niemanden. »Nein, nein, Monsieur Morel, ich bin hier vorne.« Es war eine kühle, gleichermaßen professionelle Stimme einer Frau, die meinen Namen auf eine Art und Weise betont, die mir ein Schaudern über den Rücken jagt. Sie spricht ihn aus, als würde sie wirklich mich meinen. Ganz gleich, als ob sie mich schon lange beobachtet und auf den richtigen Zeitpunkt gewartet hat. Nun erblicke ich sie auch aus der Ferne - sie sitzt hinter dem wuchtigen Schreibtisch.

Ich kann nicht sagen, ob sie zwanzig oder vierzig Jahre alt ist. Es ist ein glattes Gesicht, ausgeprägt und vielleicht auch eine Spur zu schmal. Das spitze Kinn wird von den hochgesteckten Haaren betont, schafft es aber nicht von den schwarz geschminkten Augen abzulenken, die nur selten zu blinzeln scheinen. Ein glasklares, helles Türkis blickt mich emotionslos an, als ich schließlich vor dem Schreibtisch stehe.
»Sie müssen erstmal nur zuhören, Monsieur Morel«, unterbricht sie mich, als ich meinen Mund öffne um irgendwas belangloses zu stammeln. Sie faltet ihre Hände auf dem Schreibtisch zusammen und verengt die Augen nur um eine Nuance. Es hätte nur noch gefehlt, dass sie aus einer Akte vorliest, doch scheint sie allerhand über mich auswendig zu wissen. »Morel, Louis. Richtig?« Sie wartet meine Antwort nicht ab, die sowieso nur aus einem Nicken besteht, sondern fährt fort. »Einzelkind, geboren am 01.04.2368. Vater Lionel Morel, Mutter Louanne Morel, geborene Poissonnier - mittlerweile verschieden. Ihrem Vater gehört die Bar Le Grand Véfour hier in Marseilles. Weiter haben Sie vor sechs Jahren Ihre Ausbildung bei AmeriComStar begonnen, haben mit erstaunlich guten Noten eben diese Ausbildung beenden können und sind seitdem für uns als Support Engineer tätig. Aber so gut, wie das alles klingt, läuft es hier scheinbar nicht mit Ihnen, nicht wahr? Ich glaube, Monsieur Morel, dass Sie ein Problem haben.« Sie macht eine kurze Pause und verkrampft ihre Lippen, als würde sie es sehr bedauern. Der Rest ihres Gesichtes aber bleibt regungs- und emotionslos.
»Non, non, Madame, eh, Mademoiselles... « Trotz ihres vorangegangenen Hinweises fange ich nun doch an nach den richtigen Worten zu suchen. Schließlich sind das nur Lappalien gewesen, nichts, womit ich das hier verdient hätte - was auch immer das sei. »Das waren doch nur einige Nächte und ich... « Eigentlich erwarte ich, dass sie mich nun aufhalten wird, doch starrt sie mich einfach nur an, während ich weiter vor mich hinrede. »Ich werde nicht mehr verschlafen, ... das kann doch jedem mal passieren«, schließe ich endlich ab. Es ist nicht zu übersehen, wieviel Angst diese Frau mir einjagt. Wie kalt mich ihre schwarz gerandeten Augen anschauen, als käme die Kälte direkt aus ihnen.
»Nicht nur das, Monsieur Morel«, fährt sie schließlich gedehnt fort, als hätte ich nichts gesagt. »Auch scheint es, als hätten Sie diverse Komplikationen mit einer Vorgesetzten gehabt. Sie haben es nicht so mit Frauen, ist das möglich?«
Darauf fällt mir keine direkte Antwort ein, also belasse ich es bei einem Kopfschütteln. Allmählich bekomme ich das Gefühl, dass sie zu viel weiß - eine klare Ausnahme, denn von Frauen in Führungspositionen halte ich tatsächlich nicht viel. Die meisten von ihnen sind irrational, geschuldet ihren niederen Hormonen und dem Mutterinstinkt. Aber diese Frau, die hier vor mir sitzt, hatte dieses Problem vermutlich wirklich nicht. Sie wäre eher gut dafür Kinder umzubringen, nicht sie liebevoll zu umsorgen.
»Nein, nein. Sie müssen auch darauf nicht antworten. Um ehrlich zu sein, Monsieur Morel, ist mir das einerlei. Tatsächlich habe ich Sie herbeordert, weil Sie etwas für mich tun können.«
Überrascht ziehe ich meine Augenbrauen in die Höhe. »Etwas tun, Madame?«
»Sie sind bis auf's Erste beurlaubt, Monsieur Morel, werden aber weiterhin für mich eine kleine Aufgabe erledigen, und das zu meiner Zufriedenheit. Meinen Sie, das liegt im Bereich Ihrer Möglichkeiten?«
Sie stellt mir diese Frage, als gäbe es darauf nur eine richtige Antwort, also nicke ich.
»Das habe ich erwartet. Heute Abend werden um sieben Uhr zwei Mitarbeiter der AmeriComStar Amerika eintreffen, die zu uns wechseln werden. Sie werden Ihnen behilflich sein sich hier in Marseilles zurechtzufinden, mit ihnen Behördengänge erledigen und darauf achten, dass sie sich hier wohlfühlen werden. Oh, und Monsieur Morel?« Sie verzieht den Mund zu einem trostlosen Lächeln. »Legen Sie bitte Ihren Communicator hier auf den Tisch. Sie werden einen neuen bekommen - und keine Sorge, Ihre persönlichen Daten sind bereits allesamt überspielt.«


Als ich schließlich wieder in den Fahrstuhl steige und er nach unten fährt, muss ich mir deutlich vor Augen halten, dass ich mir das alles nicht eingebildet habe. Denn in meiner Hand befindet sich ein Umschlag mit den Namen des Ehepaars, mit ihrem Wohnungsschlüssel und einem brandneuen ACS-Communicator, auf den auch Bilder übertragen worden sind, die für gewöhnlich nur für einige Mädels aus dem Internet reserviert worden sind.

. . .

______________





Manchmal schieße ich über den Tellerrand hinaus, glaube ich.
In Word bin ich gerade bei Seite vier angelangt und höre nun erstmal auf.
Ich denke, auch wenn das eigentlich nur ein schnell geschriebenes Intro
der Geschichte meines Charakters ist, sollten dort alle relevanten Informationen
enthalten sein. Er wurde etwas charakterisiert, sein Hintergrund wurde beleuchtet,
ebenso sind auch Vermutungen anstellbar, wieso er schließlich auf der Insel aufwacht.
Dafür sind die kommenden Abenteuer mit John & Rosalie Parker nicht wichtig.


Vielen Dank für die geschätzte Aufmerksamkeit,

Merle
 

DichteFichte

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