Season 2 Kyra

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Rana
#1
OOC Vorstellung:

Hallo zusammen,

ich bin Anja, komme aus NRW, bin 34 Jahre alt und habe schon ein wenig Rollenspielerfahrung. Lange habe ich Foren-Rollenspiele im mittelalterlichen Setting gespielt und auch ein wenig Vampire Maskerade oder freie Chat-Rollenspiele (also nur geschriebenes RP). Vor Ewigkeiten habe ich auch ein wenig Live gespielt. Aber das war mehr so ein Antesten. Rollenspiel via Sprachchat ist für mich allerdings absolutes Neuland und ich bin schon sehr gespannt wie ich mich da einfinde. Da ich Mutter einer 5 Monate alten Tochter bin, ist meine Zeit etwas begrenzt. Ich werde nicht täglich spielen können, aber einige Abende in der Woche, (wenn die Kurze schläft) sollten drin sein. Ab und an wird man mich auch ein Stündchen zur Mittagszeit antreffen oder in den frühen Morgenstunden. Bei einem Duschungelsetting sollte es aber sicher kein Problem sein, wenn man einem Charakter auch mal nicht begegnet, denke ich. Lässt sich ja alles ins Spiel einbauen.

ARK spiele ich noch nicht so lange. Habe mich erstmal im Einzelspieler ein wenig eingewöhnt (weit bin ich aber noch nicht gekommen, da es alleine doch irgendwie öde ist) und habe dann nach einem passenden Server für das weitere Spiel gesucht. Da fingen die Probleme auch schon an. Manche Server sind total verbaut, andere beim nächsten Log-In voll und man musste wieder irgendwo neu anfangen und bisher war ich in dem Spiel auch ausschließlich allein unterwegs. Schnell habe ich für mich entschieden, dass so ein Spiel nur mit Mehreren so richtig Spaß macht und ARK an sich finde ich ideal für ein Rollenspiel. Da ich gerne wieder Rollenspiele spielen möchte, wollte ich beides kombinieren und habe gezielt nach Rollenspielservern gesucht. Diese scheinen im deutschsprachigen Raum selten bis gar nicht vorhanden. Umso glücklicher war ich als ich über meine Suche AnzahCraft entdeckt habe. Gerade die Lore finde ich ideal, da sie dem Spieler unendlich viele Freiheiten bei der Charaktergeschichte lässt und man sogar Charaktere aus verschiedenen Epochen spielen kann. Kurzum, schnell war mir klar: Hier möchte ich spielen.


Charaktervorstellung folgt…
 

Kandar Mar

Waldläufer
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James Thassilo Bartholomeus Drake
#2
Hi,

erstmal schön das du den Weg zu uns gefunden hast.

Wenn du Unterstützung bei deiner Charerdtellung brauchst, dann scheue dich nicht im TS vorbeizuschauen.

Grüße

Kandar
 
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#3
Hallo Kandar und Danke fürs Willkommen.

Nachdem ich mir einiges zu einem zur Welt, zum Hintergrund und dem Spiel passenden Charakter überlegt habe, habe ich inzwischen ein Konzept und auch schon 2 Seiten in Word geschrieben. Das Ende fehlt noch und einige Punkte muss ich noch mal überarbeiten bzw. auch noch Korrekturlesen. Ich hoffe meine Charaktervorstellung wird euch am Ende nicht zu lang. Ich bin nicht so der Profi in Kurzfassungen :achappy:

Sollte ich Hilfe brauchen, melde ich mich in jedem Fall gerne. Danke fürs Angebot. Aber noch bin ich guter Dinge, dass der Charakter hervorragend in die Welt passt.

Mein größeres Problem wird Rollenspiel via Headset sein. P&P lag mir so gar nicht, wobei ich mich an einem Tisch sitzend nicht gut genug in einen Charakter einfinden konnte um Gespräche IC führen zu können. Das ist bei einem Computerspiel ja gänzlich anders, weil man ganz anders in die Welt taucht. Daher denke ich, da wachse ich schon irgendwie rein. Zumindest schreckt es nicht ab - eher im Gegenteil - und ich bin schon neugierig ein solches Rollenspiel auszuprobieren.

LG Anja
 

DichteFichte

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#4
Das ist kein Problem, wir helfen dir schon in ARK RP hineinzufinden.
Es ist am Anfang sicherlich ungewöhnlich, dass man sich mit den Leuten da wirklich unterhält, aber man gewöhnt sich dann doch recht schnell daran.
 
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#5
Charaktervorstellung Kyra

Mein Name ist Kyra. Einfach nur Kyra. Nachnamen hatten bei uns keine Bedeutung. Ich stamme von einem Planeten, dessen Namen wohl niemanden von euch bekannt sein dürfte. Und selbst bei uns nannte ihn jede Gruppierung anders, falls wir ihm denn überhaupt einen Namen verpasst haben. Für mich selbst war es unbedeutend, wie man diese dreckige, verlorene Welt auch nennen mochte, keiner der Namen konnte dieses Loch treffend bezeichnen.
Und doch ist – Räusper - war es meine Heimat und eine andere war mir nicht bekannt.

In den Sternenkarten war mein Heimatplanet lediglich mit seinen Koordinaten benannt und mit diesem Symbol versehen, das besagte, dass man dort unter keinen Umständen anlegen sollte. Aber davon wusste ich damals noch nichts. Überhaupt waren mir andere Welten oder die Reise zwischen ihnen fremd. Natürlich wusste ich, dass solche Möglichkeiten durchaus existieren – für andere. Ich habe schon das eine oder andere Mal ein Schiff am Spacetower gesehen. Auch gab es Geschichten. Aber die gibt es ja immer und in meinem Leben war noch nie sonderlich viel Platz für Geschichten und Träumereien. Bei meiner Welt handelte es sich um einen der aufgegebenen Planeten, manche bezeichnen solche Planeten auch als vergessene oder verlorene Welten. Andere sagen, dass wir uns hier bereits in der Endzeit befänden und es sich um einen sterbenden Planet handelte. Wer unsere Welt jemals gesehen hat, würde tatsächlich als erstes an den Begriff Endzeit denken. Vermutlich ist es wirklich nur noch eine Frage der Zeit, bis jegliches Leben auf dieser Welt unmöglich geworden ist oder vielleicht ist es das sogar bereits. Wer weiß das schon?

Irgendwann musste unsere Heimat mal eine hochmoderne Welt gewesen sein. Ruinen von ehemaligen Landungsdocks, Laboratorien und gigantischen Hochhäusern, die wohl mal Firmen oder Wohnkomplexe waren zeugten noch von dieser Zeit. Sie wurden in den ausgefallensten Formen erbaut. Ab und an fand man auch defekte Drohnen und andere Schwebefahrzeuge, sowie spezielle Werkzeuge, Waffen und anderen technischen und mechanischen Kram, der auf eben dies hindeutete. Hier und da ließen sich auch mal Aufzeichnungen finden, wobei diese noch viel älter zu sein schienen und die Wenigsten wussten diese noch zu lesen. Ich selbst kann lesen und schreiben. Mein ehemaliger Lehrer und Begleiter Nolan hatte mir dies und noch so vieles mehr beigebracht.

Zu meiner Zeit wusste keiner mehr, was unsere Welt so zerstört hatte, aber es musste schon einige Zeit zurück liegen, denn sonst hätten sich sicher handfeste Beweise für das was war, finden lassen oder darüber wie das Leben hier wohl mal ausgesehen haben könnte. Mehr als dürftige Hinweise, die mal auf eine Katastrophe und dann wieder auf einen Krieg hindeuteten, ließen sich jedoch nicht finden. Vielleicht hat ja sogar beides zu einer anderen Zeit stattgefunden oder nichts von all dem und die Hinweise entstammten lediglich der Fiktion? Aber was spielte es auch für eine Rolle zu wissen was war. Das einzige, was wirklich zählte ist war das Jetzt. Man musste im Jetzt leben, um sich Ärger vom Leib zu halten. Und Ärger gab es hier wirklich mehr als genug.

Auf unserer Welt gab es keine Regierung und kein Rechtsystem. Wenn es ein Machtsystem gab, dann das des Stärkeren. Banden mit lächerlichen Namen, welche zeigen sollen wie brutal, skrupellos oder böse ihre Mitglieder waren, regierten die Welt. Die richtig Großen haben strategisch wichtige Punkte und große Gebäude besetzt, horteten Waffen oder hatten auch diverse Möglichkeiten selbst Waffen und Fahrzeuge herzustellen. Auch kontrollierten sie den Handel. Man traf einige von ihnen in den riesigen Metropolen, den Megacitys. In einer davon lebte ich. Nasad hieß die graue Ruine einer Stadt. Banden regierten die Straßen und Viertel. Manche ließen sich für den „Schutz“ der Bewohner ihrer Abschnitte gut bezahlen. Wobei Schutz relativ ist, denn ohne diese Banden hätte dort niemand Schutz gebraucht und auch die Bezahlung war nicht das, was die Meisten darunter verstehen. Geld war bei uns wertlos. Es ist eher die Rede von handfesten Dingen wie Waffen, Nahrung und Werkzeugen. Hier und da wird auch mit der einen oder anderen Gefälligkeit gezahlt.

Ich gehörte keiner Bande an und schlug mich im Untergrund von Nasad mehr oder weniger alleine durch. Da Leute wie ich meist versuchten von den Banden unentdeckt zu bleiben und im Verborgenen lebten, nannte man uns Schatten. Wir lebten in den Industrieruinen, versteckten Kellerlöchern und anderen Unterschlupfen, die auf den ersten Blick genauso verlassen wirkten, wie der Rest der Stadt. So viele Menschen gab es hier nicht mehr. Jedenfalls nicht, gemessen an der Anzahl und Größe der Gebäude die hier standen.

Unser Leben hier war relativ einfach, aber alles andere als leicht. Damit meine ich, dass wir Schatten keinen Luxus kannten, uns aber für unseren wenigen Besitz ganz schön den Arsch aufreißen mussten. Wobei es mir noch relativ gut ging und die meisten Schatten viel schlechter dran waren. Vor allem fehlte es den Meisten an Lebensmitteln und sauberen Trinkwasser. Aber wie schon erwähnt, mir ging es hier relativ gut. Ab und an übernahm ich Aufträge und kam damit gut zurecht. Meist lebte ich allerdings im Untergrund. Meine Geburt muss ca. 30 Jahre zurück liegen, aber genau weiß ich das nicht. Auch meine Eltern kannte ich nicht. Lange Zeit war ich eines der wenigen Straßenkinder von Nasad. Wie ich dazu wurde, weiß ich nicht mehr. Seit ich denken kann, war ich mit einer Hand voll älteren Kindern unterwegs, die jedoch alle im Laufe der Jahre andere Wege einschlugen oder gar verstorben sind.

... Fortsetzung folgt ...
 
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#6
Als ich Nolan fand war ich etwa 13 und kannte die Straßen, Gassen, Gebäude und Verstecke meines Viertels bereits wie meine Westentasche. Zu der Zeit war ich schon auf mich alleine gestellt. Auf die anderen Kinder, mit denen ich vorher zusammen war, beziehungsweise den beiden die übrig bleiben, war kein Verlass mehr.
Der eigene Vorteil war den Meisten in einer Welt wie der Meinen, in der alles knapp war, wichtiger als der Zusammenhalt.
Immerhin hatte ich hier viele Jahre alleine mehr oder weniger gut überlebt und das will was heißen. Viele Kinder schaffen das nicht.

Aber zurück zu Nolan. Nolan war ein Söldner, welcher es wirklich gut verstand um die Runden zu kommen und das ganz ohne sich mit den Banden einzulassen. Ich habe ihn immer mal gesehen, wie er Handel mit anderen Schatten trieb und aus irgendeinem Grund, war er mir auf Anhieb sympathisch.
Vielleicht habe ich ihn deswegen gewarnt, als eine kleinere Gang, die Terrordogs in exakt die Straße kam, in der er sich mit einem der anderen Schatten in einer der Ruinen getroffen hatte. Jedenfalls war er ihnen entwischt. Ob er ihnen ohne mich auch entkommen wäre, weiß ich nicht. Er fand es jedenfalls nützlich, künftig jemand unauffälligen wie eines der verwahrlosten Straßenkinder Wache schieben zu lassen und so war ich immer öfter mit ihm unterwegs und er wurde zu meinem Mentor, meinem Lehrer. Er hat mir beigebracht, was es zu lernen gab und lange Zeit stand ich unter seinem Schutz.
Aber auch als ich mich selbst zu schützen wusste, hatten wir noch guten Kontakt und haben viele Aufträge zusammen erledigt. Es war, gut, jemanden bei sich zu haben, auf den man sich verlassen und dem man vertrauen konnte. Und Nolan war der Einzige, dem ich in dieser brutalen Welt wirklich vertraut habe.

Außerhalb der Megacitys war nur noch Ödland. Dort wagte sich aber keiner von uns hin. Auch dort sollen Banden auf Raubzüge gegangen sein. Sie lauerten den Menschen auf, welche in der Hoffnung auf ein besseres Leben die Städte verließen.
Manche behaupten, dort leben Kannibalen und vielleicht ist das auch so. Zumindest wüsste ich nicht, was es dort in dieser toten Einöde sonst noch essbares geben sollte. Vielleicht dient ein Name, wie „Wasteland Cannibals“, welcher sogar noch in Nasad ein Begriff war, aber auch einfach nur der Abschreckung. Ich jedenfalls wollte das nicht herausfinden.
Wurde man wie ich, in einer der Städte geboren, dann sollte man klug genug sein, eben auch dort zu bleiben. Daher hatte auch ich Nasad nie verlassen und im Grunde keine Ahnung wie es im Ödland wirklich aussah oder wie weit die anderen Megacitys entfernt waren und ob es dort anders zuging als bei uns. Gerüchte und Geschichten gab es auch darüber eine Menge, aber die gibt es ja immer. Mich hätte jedenfalls kein Gerücht der Welt da hinaus gezogen.

Schon früh hatte ich gelernt, Ärger möglichst zu meiden. Und Ärger konnte so ziemlich jeder Mensch der einem hier begegnete, bedeuten. Also hielten wir solche Begegnungen kurz bzw. mieden Fremde. Auch war es sinnvoll das eine oder andere Ausweichversteck zu haben, an mehreren Orten Nahrung zu bunkern und auch Waffen zu lagern. Die meisten Waffen der Schatten waren relativ primitiv, aber manche haben auch gut versteckte Werkstätten und versorgten uns mit Munition und anderen wirkungsvolleren Waffen. Nolan hatte da viele Verbindungen und ich dank ihm auch. Vielleicht konnten wir unseren Prinzipien deswegen so lange treu bleiben und trotzdem überleben. Prinzipien? Ja genau. Wir töteten nicht – und wenn doch, dann nur aus Notwehr, aber das kam zumindest bei mir bisher nur einmal vor.
Und wir sind verschwiegen, was auch immer wir über die anderen Schatten und deren Verstecke wissen und beobachten, es bleibt bei uns. Ich nehme diverse Aufträge an, aber niemals Kopfgeldjagden. Nie. Auch verriet ich meine Auftraggeber um keinen Preis der Welt.
So haben wir es geschafft, dass wir uns tatsächlich allein über Aufträge versorgen konnten und niemanden bestehlen mussten. Oft hatten wir sogar ein wenig übrig um dem einen oder anderen Straßenkind etwas zuzustecken.

Meist dienten wir auch als Mittelsmänner. So wusste zum Beispiel außer uns fast niemand, wo sich Yoriks oder Ricos Werkstatt befand. Und die beiden hatten die größten freien Werkstätten im Umkreis und konnten nahezu alles reparieren oder herstellen. In der Regel liefen ihre Geschäfte aus Sicherheitsgründen über uns. Dann gab es in manchen Häusern, in denen die Dächer kaputt waren oder auf den Dächern mancher Hochhäuser und sogar in einzelnen Innenhöfen kleine Plantagen mit kümmerlichen Pflanzen. Auch diese waren gut versteckt und logischer Weise nicht jedem bekannt. Frisches Obst und Gemüse war so verdammt selten und neben überlebenssichernder Ausrüstung das Wichtigste hier. Klar es gab da diese ganzen Vitamintabletten und weiß der Geier was, auch synthetische und ewig haltbare Proteinnahrung fand man immer mal, selbst wenn die großen Lager und ehemaligen Geschäfte natürlich schon lange leer geplündert waren. Aber Frisches war eben doch was anderes und dementsprechend kostbar.

Nolan und ich wussten mit Sicherheit mehr über Nasad als irgendwer sonst und das lag nicht zuletzt an unseren Prinzipien. Auch wenn wir niemandem wirklich trauen konnten, so konnten sich die Menschen zumindest darauf verlassen, dass wir unsere Prinzipien nicht brachen, verschwiegen waren und niemals irgendwen für den eigenen Vorteil verkaufen würden. Das allein verschaffte uns den einen oder anderen Auftrag. Vor allem aber respektieren die meisten Schatten uns, was unser Leben um ein vielfaches weniger gefährlich machte. Den Banden jedoch, die gerne alles selbst kontrollierten, waren Menschen wie Nolan und ich schon immer ein Dorn im Auge.


... Fortsetung folgt ...
 
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#7
Nun habt ihr vielleicht eine ungefähre Vorstellung von meinem Leben vor all dem hier und sicher fragt ihr euch, wie jemand wie ich in so einer Reality Show landen konnte. Ehrlich gesagt, wusste ich nicht einmal, dass es solche Formen der Unterhaltung überhaupt gibt. Wobei mich da der Mensch mit nichts überrascht. Ich weiß wie krank Menschen sind und was sie sich alles für ein wenig Unterhaltung einfallen lassen. Hier bei uns finden Kämpfe statt. Es gibt richtige Arenen in den Bezirken der Banden und keiner der Kämpfer riskiert sein Leben dort freiwillig, aber welche Wahl haben Sklaven schon? Nicht die kranken Ideen der Menschen sind mir also neu, viel mehr die Form der Medien. Bleibt also immer noch die Frage, wie ich mich in so einer Welt die nur einer Reality Show dient, wiederfinden konnte.

Wir selbst hatten keine Schiffe mehr um unsere Welt zu verlassen. Diejenigen, die welche hatten, haben diese Welt längst hinter sich gebracht. Wer hätte schon freiwillig auf einem zum Sterben verdammten Planeten bleiben wollen? Dazu kam, dass unser Planet von Reisenden gemieden wurde. Es gab hier für anlegende Schiffe keine Sicherheit und nichts womit es sich zu handeln lohnte. Zumindest keine Rohstoffe oder Handelswaren, aber wir hatten Menschen und niemanden der sich um sie scherte oder sie wirklich beschützt hätte. Und genau das brachte tatsächlich einige wenige Menschenhändler regelmäßig her. Jene Schiffe, die ab und an Nasad besuchten legten immer an dem Spacetower des „Scavenger Clans“ an. Handel mit Außerhalb fand selten statt, aber wenn in Nasad ein solcher Handel betrieben wurde, dann immer über die Scavenger und die einzige Ware, die sie der Außenwelt bieten konnten, waren eben Menschen. Dafür hatten sie in ganz Nasad die besten Waffen und waren mit allem versorgt, was sie benötigten um ihre Macht aufrecht zu erhalten. Kurzum, wenn dort in diesem Chaos jemand herrschte, dann die Scavenger und denen ging man immer aus dem Weg.

Unser Fehler war, dass wir irgendwann zu sehr auf alte Handelsbeziehungen vertrauten. So hatten wir uns nichts dabei gedacht, als Yorik uns eine Nachricht überbringen ließ, dass er uns für einen Handel bräuchte. Wie immer sollten wir die Ware an seiner Werkstatt abholen, bei der uns wohl bekannten Kundschaft abliefern und ihm die Bezahlung abzüglich unseres Anteils bringen. Prinzipiell reine Routine – so dachten wir zumindest. Aber diesmal kam alles anders. Wer hätte auch ahnen sollen, dass Yorik nach all den Jahren, die er als freier Schatten in Nasad gelebt und gehandelt hat, zu den Scavengern überlaufen würde. Er hatte doch alles und kam ohne diese dreckigen Scavenger gut zurecht.
Aber aus irgendeinem Grund war ihm das nicht mehr genug oder er wurde entdeckt und hat versucht sich da irgendwie zu retten indem er andere ans Messer lieferte. Wie auch immer, Menschen wie Nolan und ich wurden von den Scavengern in ihrem Revier nicht geduldet und immer mal wieder waren sie uns auf den Fersen und diesmal hatten sie uns leider eine erfolgreiche Falle gestellt.

Statt dem Kunden lauerte uns eine Truppe dieser Gang auf. Nolan hatte noch versucht uns eine Fluchtmöglichkeit zu schaffen. Er wurde sofort aus einem Hinterhalt heraus erschossen. Ich habe das Einzige getan, was in dieser Situation noch Sinn gemacht hat, und meine Waffen fallen gelassen.
So kam es, dass sie mich direkt mit zu ihrem Hauptquartier, dem Spacetower gebracht haben, in welchem sich auch die Sklavenquartiere befanden und dort wurde ich dann nach einer gefühlten Ewigkeit der Gefangenschaft von den nächsten Menschenhändlern erstanden. Zumindest vermute ich das, geredet wurde mit mir nicht. Man brachte mich auf eines dieser Schiffe, die ich selten schon von weitem gesehen hatte. Wäre ich unter anderen Umständen auf dieses Schiff gekommen, ich hätte all die blinkenden Lichter, die sich selbst öffnenden Türen und Schließmechanismen wohl überaus faszinierend gefunden. Aber ganz ehrlich, ich hatte einfach nur eine Scheißangst.

Erst später als ich länger in meiner Zelle war, hatte ich genügend Zeit mir über all diese Details Gedanken zu machen.

Tageszeiten waren mir während der Gefangenschaft fremd. Einzig anhand der Mahlzeiten, die in regelmäßigen Abständen im Nahrungsverteiler zu finden waren, konnte man die Tage erahnen, aber ich habe irgendwann einfach aufgehört sie zu zählen.
Auch war ich in diesem winzigen Kasten aus Stahl oder sonst einem Metall, der meine Zelle komplett verkleidete, völlig allein. Die anderen Gefangenen, welche mit mir aufs Schiff gebracht wurden, mussten alle woanders untergebracht worden sein. Oder was wahrscheinlicher war, man hielt uns isoliert und jeweils in einer eigenen kleinen Zelle. Wie auch immer, einen anderen Menschen bekam ich weder zu Gesicht noch zu hören. Und auch, wenn ich nie der geselligste Mensch war, diese Einsamkeit in dieser elend winzigen Zelle war die Hölle.

... Fortsetzung folgt ...
 
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#8
Erst als wir das nächste Mal auf einer anderen Welt andockten, wurde ich wieder aus der Zelle geführt. Die Menschen die mich abgeholt hatten, trugen irgendeine Art Uniform welche erstaunlich sauber war. Ich habe versucht mit ihnen zu reden, aber man gab mir keinerlei Antworten. Nicteinmal auf die Frage wo wir sein und warum man mich hergebracht hatte, wollte man mir antworten. Man führte mich und die anderen Gefangenen schweigend über eine weißglänzende Brücke zu einem kleinen Shuttle und mit diesem ging es dann weiter zu einem seltsamen kugelförmigen Gebäude.
Dort wurden wir dann in kleine Badekammern gebracht, sollten duschen und anschließend Sträflingsanzüge anziehen. Es hätte keinen Sinn gemacht, sich hier gegen diese Übermacht zu widersetzen und so beugte auch ich mich.
Vielleicht würde sich später eine Chance für eine Flucht finden, so versuchte ich mich zumindest an einen letzten Hauch Hoffnung zu klammern. Aber ich hätte es besser wissen sollen. Hoffnung ist nur etwas für Narren und bisher habe ich mich nicht für eine solche gehalten.
Anschließend wurde ich in einen hellweißen Raum gebracht und auf eine Liege geschnallt. Ich erinnere mich nur noch an das Gespräch zwischen den beiden Männern in den weißen Kitteln:

„Die hier ist für die Spiele.“
„Ich dachte die Chips werden erst später aktiviert.“
„ja schon, aber diese hier hatte bisher gar keinen.“

Dann folgte ein Stich in meinen Hals und die Welt wurde immer verschwommener und die Geräusche dumpfer und dann war da nichts mehr…
Als ich wieder zu mir kam, war ich wieder in einer Zelle. Mein Arm juckte erbärmlich und als ich mich unbewusst daran kratzte, spürte ich irgendwas Metallisches und einen Schmerz in meinem Arm. Verdattert drehte ich meinen Arm herum und guckte mir das eingesetzte Metallding genauer an. Das musste der Chip sein, von dem die Kittelträger gesprochen hatten. Chips kannte ich, allerdings nicht solche. Manche von Ricos und Yariks Werkzeugen benötigten Chips mit irgendwelchen Programmierungen. Für was für Spiele Menschen solche Chips bräuchten, war mir jedoch ein Rätsel, aber ich ahnte nichts Gutes.

In den folgenden Tagen fand ich kaum Schlaf. Dann, als ich schon dachte, dass wieder eine Ewigkeit der Zelle auf mich wartete und ich schon begann zu glauben, dass nichts schlimmer sein könnte, als diese ewige Einzelhaft, wurde ich von mehreren Bewaffneten aus der Zelle eskortiert.
Ich wurde schweigend in einen großen Raum geführt. Dort saßen auf einem halbrunden Podest mehrere Menschen in langen Roben. Wäre die ganze Situation nicht zutiefst beängstigend, ich hätte wohl über die Männer in diesen Kleidern gelacht. Aber zum Lachen war mir wahrlich nicht. Ich wurde zu einem Stuhl in die Mitte des Raumes geführt, meine Hände wurden an den Armlehnen festgeschnallt und es dauerte nicht lange, bis die Männer sich über mich unterhielten und mir viele merkwürdige Fragen stellten. Es ging um ein Verbrechen auf irgendeiner Welt, die ich nicht einmal kannte. Ich habe ihnen gesagt, dass sie sich irren müssten, aber davon wollten sie nichts hören. Ich konnte ihnen noch so oft erklären, dass ich Nasad nie verlassen hätte, man hörte mir gar nicht richtig zu. Angeblich hätten sie sogar Beweise, die belegten, dass ich einen Mord auf dem Planeten PX30587F begangen haben solle und nichts ließ sie von einem Schuldspruch abbringen.



Ich hätte Glück im Unglück sagten sie, denn ich würde einen lebenslangen Aufenthalt im größten Gefängnis aller Welten genießen. Noch bevor mich ein neuer Stich ins endlose Nichts schickte, schoss mir ein Gedanke in den Kopf, dass dies wohl nichts mit Genuss zu tun haben würde.



Als ich diesmal wieder zu mir kam, ertönte eine Stimme in meinem Kopf:

"Wie du mittlerweile erkannt haben solltest, ist das hier kein normales Gefängnis, sondern soll Leute wie dich endgültig von ihren Verbrechen "reinigen" und am wichtigsten, es soll für die Oberschicht unterhaltend sein. Also wirst DU uns eine Show liefern, die es in sich hat, sollte es jemandem gefallen wirst du dafür sogar belohnt. Denn wenn eine gewisse Menge an Zuschauern für dich stimmt, schalten wir dir einen Teil deiner Erinnerungen frei.
Eins noch zum Schluss, die Echsen hier sind nicht deine einzigen Mitbewohner. *Er lacht dreckig*
Nun genug der schönen Worte, stirb nicht zu schnell und mach es spannend, verstanden? LASST DIE SHOW BEGINNEN!"

Doch ehrlich gesagt war ich noch zu benommen um den genauen Sinn all der Worte zu verstehen. Einige Wortfetzen blieben hängen, aber der eigentliche Sinn sollte sich mir erst viel später erschließen. Zum einen war ich viel zu entsetzt, dass da überhaupt eine Stimme in meinem Kopf war, zum anderen dröhnte mein Kopf wie Sau und mir war eisigkalt. Ein frostiger Wind strich über die Haut und eine Strähne meines langen Haares kitzelte meinen Hals. Ich wollte sie mir zurück in den wohl komplett zerfallenen Mohawk streichen und stellte mit Erstaunen fest, dass es sich nur um ein grünes langes Blatt irgendeiner mir unbekannten Pflanze gehandelt hat, welche erstaunlich groß war. Mit aufgerissenen Augen musterte ich meine Umgebung. Nichts von alle dem kam mir vertraut vor. Pflanzen in dieser Größe hatte ich noch nie zuvor gesehen. Ich stützte mich mit meiner Hand auf, um besser aufstehen zu können, doch der Untergrund war weich und gab ungewohnt nach. Vorsichtig stand ich auf. Der Boden war so gänzlich anders als die festen Straßen meiner Heimat und was verdammt noch mal, war da körniges zwischen meinen Zehen? Warum war überhaupt etwas zwischen meinen Zehen, wo waren meine schweren Stiefel? Ich wusste dass es Sand gibt, das Ödland bestand aus Sand und Fels, aber dort war ich nie und so hatte ich auch nie zuvor barfuß auf einem solchen Bodengrund gestanden. Vorsichtig grub ich meine Zehnen in den sandigen Grund, dann machte ich einige erste Schritte und Schwindel überkam mich. Auch dröhnte mein Kopf bei jedem einzelnenSchritt. Stöhnend fasste ich an meinen Kopf und fühlte eine kahle Fläche. Kahl? Wo verdammt noch mal war mein Mohawk? Weg. Rasiert. Schöne scheiße.

Und wieder strich ein eisig kalter Wind über meine Haut und riss mich aus dem Zorn über meine fehlenden Haare. Ich sah an mir herab und stellte mit Entsetzen fest, dass ich nur kratzige Unterwäsche aus sehr grobem Tuch trug. Doch noch ehe ich mich mit dieser neuen Situation befassen konnte, vernahm ich ein mir gänzlich unbekanntes Rauschen und blickte erschrocken in die Richtung des Geräusches und zum ersten Mal sah ich Wasser in einer mir bis dahin unbekannten Menge. Trotz all der komischen Umstände huschte ein Lächeln über mein Gesicht. Die Stimme hatte doch irgendwas von einem Gefängnis erzählt, aber weit und breit sind keine Gitter. Irgendwas musste schief gegangen sein. Ich befand mich im Freien, an einem Ort mit Wasser und echten Pflanzen. Dies musste ein Ort sein, an dem man überleben kann. Auf jeden Fall handelte es sich eindeutig um kein Gefängnis.

… Und dann erbebte plötzlich die Erde unter meinen Füßen und es fiel mir schwer mich überhaupt noch auf den Beinen zu halten. Erschrocken wandte ich mich dem trampelnden Geräusch zu und starrte mit aufgerissenen Augen auf das wohl größte Geschöpf, das ich jemals gesehen hatte. Nach einem kurzen Moment des Schocks, nahm ich die Beine in die Hand. Der Kopfschmerz war wie weggewischt, ich hechtete nur noch in das nächste Gestrüpp, um dort erstmal zu Atem zu kommen und mich zu sammeln…

Es gab eine Zeit, da habe ich geglaubt, ich sei eine Überlebenskünstlerin und wüsste wie Überleben funktioniert. Aber DAS HIER war etwas völlig anderes. Diese ganze Welt war so grotesk anders, als alles, was ich bisher kannte. Mit aufgerissenen Augen spähte ich zwischen den Farnblättern hervor und sondierte erstmal meine Umgebung…


Wird im Spiel fortgesetzt
 

DichteFichte

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#9
Gib unserem Team bitte c.a 3 Monate, einige Liter Tee und schlaflose Nächte.

Wir melden uns sobald deine Charaktergeschichte gelesen wurde.
 
Angenommen.

Finde dich bitte für ein kurzes Gespräch auf unserem Teamspeak Server ein.
(Channel: Support Warteraum)​
 
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#10
Hey Fichte,

ich wollte euch noch schreiben, dass ihr euch alle Zeit nehmen sollt, die ihr braucht. Davon ab, dass ich momentan dick erkältet und momentan sicher nur kurzzeitig TS-fähig bin, bin ich ja nicht auf der Flucht. Ich habe bei einem Foren-RPG auch schon gerne mal über einen Monat auf die Freischaltung gewartet. Mich hetzt da nichts. Umso mehr freue ich mich, dass das Ganze so schnell geklappt hat.

Ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass die Charakterbeschreibung zwar um die 1.000 Zeichen haben sollte, aber gerne auch deutlich ausführlicher sein kann. Werde mich aber künftig bemühen das Ganze deutlich kürzer anzugehen (sollte ich ableben und einen neuen Charakter erstellen) :achappy: Gerne kann ich auch für die Mitspieler, denen es zu viel zu lesen ist noch eine Kurzzusammenfassung mit den fürs Spiel wichtigen Eckdaten erstellen. Das Ausführliche muss man ja im Grunde nicht lesen, der Hintergrund ist ja ohnehin OOC Info.

Ich werde mich noch kurz einlesen, denn ich hatte zur Lore einige Fragen, die wollte ich mir noch schnell in Erinnerung rufen und dann schau ich im TS vorbei.
Bis gleich
 
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#11
Aller Anfang ist schwer…

Nachdem ich mir nun nichts anderes blieb, als mich mit der neuen Situation zurechtzufinden, beschloss ich erstmal meine Umgebung zu erkunden und herauszufinden, ob ich etwas Nützliches finden würde. Ich hielt es für besser diesen riesigen Kreaturen aus dem Weg zu gehen und so ging ich im Schutz der Pflanzen. Immer wieder haben sich Dornen in meine Füße gebohrt oder ich bin über verstecktes Wurzelwerk gestolpert. Auch Löcher und andere Bodenunebenheiten ließen sich kaum ausmachen. Aber auf offener Fläche würden mich diese Viecher zu schnell ausmachen und denen hatte ich nun nicht gerade etwas entgegen zu setzen und so nahm ich Dornen und unwegsames Gelände in Kauf. Ich war wirklich froh, als mir klar wurde, wie ich einfache Kleidung herstellen könnte. Wie ich an dieses Wissen gekommen bin, ist mir ein Rätsel, aber ich vermute, dass es wohl an diesem merkwürdigen Chip liegen muss – ich erinnere mich an irgendetwas Belohnungen betreffend – vermutlich war sowas gemeint. Wie auch immer, mit einfachem Schuhwerk ist das Vorwärtskommen schon ein wenig einfacher, auch sind manche Blätter sehr scharfkantig und wieder andere Pflanzen dornig, aber die einfachen Hosen schützen zumindest davor und so kam ich ein wenig schneller im Schutz des Waldes voran.

Einst war ich sehr stolz auf meinen Orientierungssinn, in dem Labyrinth von Nasads Straßen fand ich mich fast blind zurecht, aber das hier ist etwas völlig anderes. Die Felsen, Büsche und Bäume sehen einfach so verdammt gleich aus. Ich bin mir sicher, dass eine oder andere Mal einfach im Kreis gelaufen zu sein. Verdammte Wildnis.

Irgendwann hatte ich es – keine Ahnung wie – wieder geschafft den Rand des Waldes zu erreichen. Endlich wieder freie Sicht: Strand und Wasser und jede Menge dieser Viecher. Ich habe mir eine Stelle ohne Tiere gesucht und bin etwas trinken gegangen. Keine Ahnung, was mich geritten hat, einfach aus dem Wasser zu trinken, aber zuvor hatte ich an anderer Stelle Tiere aus dem Wasser trinken gesehen, daher habe ich es einfach gewagt und es war wirklich klar und erfrischend. Bekommen ist es mir auch.

Anschließend bin ich zurück zum Dickicht und beschloss am Waldrand weiter zu gehen, im Schutz der Bäume, aber mit Blick aufs Wasser, um die Orientierung zu behalten. Irgendwann kam ich dann an Felsgruppen und der Wald führte weit über dem Wasserspiegel weiter. Ich beschloss dort oben weiter zu gehen und fand eine geschützte Ecke zwischen einigen Felsen, an denen ich mir ein notdürftiges Lager einrichten wollte. Immer wieder habe ich Materialien zusammen getragen und dorthin geschleppt und dann habe ich es irgendwann geschafft mich zwischen den ganzen Pflanzen zu verlaufen und die Orientierung zu verlieren. So ein Mist. Meinen Lagerplatz habe ich – wie könnte es auch anders sein - nicht wieder finden können. Dafür bin ich während meiner Suche auf ein Holzhaus gestoßen. Es stand im Schutz einiger Bäume oder irgendwelcher anderen rohrartiger mir gänzlich unbekannter Pflanzen im Dickicht. Von einem Versteck heraus, habe ich das Ganze erstmal beobachtet und habe mich dann auch näher gewagt.

Schien also, als sei ich nicht der einzige Mensch in dieser Wildnis. Während ich das Haus aus der Entfernung ein wenig in Augenschein nahm, hörte ich plötzlich Laub rascheln. Schnell zog ich mich wieder in einen Strauch zurück. Ein Mensch – aus der Entfernung hätte ich nicht einmal sagen können, ob es ein Mann oder eine Frau war – ritt auf einem großen massigen Tier, von dem ich ebenfalls nicht hätte sagen könnte, an was es mich erinnert hat. Es sah jedenfalls gänzlich anders aus, als all die felllosen Giganten am Strand. Auch hat es sich trotz des massigen Körpers viel schneller und gewandter bewegt als die eher langsamen Geschöpfe, welche mir bisher begegnet sind. Wie auch immer, scheinbar kann man diese Tiere nutzen um schneller vorwärts zu kommen, wenn man mit ihnen umzugehen weiß. Ich weiß es nicht und werde mich daher hüten diesen Bestien zu nahe zu kommen. Nachdem der Reiter hinterm Haus verschwunden war. Kein Plan ob er hineingegangen oder auf der anderen Seite wieder irgendwo im Wald verschwunden ist, habe ich mich entschlossen nicht länger nach meinem Lager, dass ganz in der Nähe dieser Behausung sein musste, zu suchen, sondern weiter zu ziehen.

Vielleicht war das nicht meine beste Idee. Hätte ich mich zu erkennen gegeben, ich hätte von diesem Menschen sicher so einiges über diesen Ort und das Überleben in der Wildnis lernen können. Aber noch weiß ich zu wenig über die hiesigen Bewohner und in der Vergangenheit hat es sich bewährt Fremden erstmal aus dem Weg zu gehen und so hielt ich es automatisch auch jetzt. Der Gedanke, dass ich dass ich das Risiko hätte eingehen und mich zu erkennen geben sollen, kam mir leider erst viel zu spät.
 
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#12
Nachdem ich endlos weiter gezogen bin, hörte ich plötzlich ein Rascheln neben mir. Wann immer ich stehen blieb und mich umsah, verstummte das Geräusch und niemand war zu sehen. Aber irgendetwas verfolgte mich, denn wann immer ich mich in Bewegung setzte, raschelte es auch schon wieder. Wieder drehte ich mich dem Geräusch zu und wollte schon los poltern, dass, wer auch immer sich da versteckt, endlich rauskommen soll, da sah ich das wohl niedlichste Geschöpf, dass mir je unter gekommen ist. Es war ein recht kleines Tier mit Pelz und langem Schwanz, welches sogar richtige Hände hatte. Es ist mir noch ein weiteres Stück neugierig hinterher gelaufen und hat dabei richtig niedliche Geräusche von sich gegeben. So etwas Schönes wie dieses kleine Kerlchen hatte ich wirklich noch nie zuvor gesehen. Trotzdem beäugte ich den Kleinen vorsichtig und verhielt mich so passiv wie möglich. Ich bin mir fast sicher, dass auch dieses Tierchen ordentliche Zähne hat und eine Verletzung an diesem Ort, wäre ganz sicher ein Todesurteil. Was, wenn es sich entzündet, wund wird oder weiß der Geier was? Nein, das Risiko war mir zu groß und so hielt ich auch von diesem Tier immer ein wenig Abstand. So konnte ich allerdings beobachten, wie es mit den Händen in die Büsche griff und irgendetwas gesammelt und gegessen hat. Vorsichtig ging ich einen Schritt näher und das Tierchen huschte davon.

Ich untersuchte den Busch und stellte fest, dass Beeren an der Pflanze wuchsen. Vorsichtig sammelte ich eine und probierte sie. Klar – auch das war sicher ein Risiko – aber wie mir schien ein vertretbares. Das Risiko hier am Ende noch zu verhungern erschien mir größer als das Risiko mich womöglich zu vergiften. Die Beeren waren süßlich, fruchtig und wirklich lecker. Schnell pflückte ich noch viel mehr davon und stillte den ersten Hunger. Wirklich sättigend waren die kleinen Früchte allerdings nicht und so beschloss ich mir eine erste Waffe zu basteln und auf Jagd zu gehen. Am Strand hatte ich zuvor so kleine sehr langsame Vögel gesehen, welche sich so schwerfällig bewegten, dass ich einfach mal davon ausging, dem großen Schnabel ausweichen zu können. Zudem erschienen sie mir bisher als die leichteste Beute und ich habe ganz sicher keine Ahnung von der Jagd. Gesagt getan und nach mehreren Versuchen hatte ich auch tatsächlich die ersten Jagderfolge und wurde mit Leder und Fleisch belohnt.

Während meiner weiteren Reise fand ich an anderer Stelle, ebenfalls eine erhöhte Felsformationen, in deren Schutz ich erneut ein Lager eingerichtet habe. Diesmal war ich mir sicher, diesen Ort gut wiederfinden zu können, die Felsen waren so angeordnet, dass man sie gar nicht verlieren könnte, dessen war ich mir sicher. Dort auf dem Felsen richtete ich ein Lagerfeuer ein und briet einiges von dem Fleisch, nachdem ich festgestellt habe, dass der Vogel roh ungenießbar war und mir schon nach dem ersten Bissen speiübel geworden ist. Gebraten hat das Fleisch tatsächlich einigermaßen geschmeckt. Auf alle Fälle gänzlich anders als das ganze synthetische Zeugs aus meiner Heimat.
Der Ort erschien mir passend. Hier wollte ich mich einrichten. Das Lagerfeuer ließ ich vorsichtshalber an, um den Platz auch wirklich wieder zu finden und schon zog ich los, um mir wieder Materialien zusammen zu sammeln. Doch diesmal kam alles anders. Plötzlich spürte ich einen stechenden Schmerz in der Wade und wirbelte herum. Erst konnte ich nichts sehen, doch dann sah ich eine kleine Kreatur, welche blitzschnell auf zwei Beinen und mit unzähligen messerscharfen Zähnen bestückt, herangeschossen kam. Mit meinem Speer setzte ich mich notdürftig zur Wehr, aber kurz darauf tauchten noch mehr dieser Biester auf und es wurde immer schwerer sie abzuwehren. Daher suchte ich das Weite und versuchte dabei mit dem Speer die heran rasenden Viecher abzuwehren. Eine Weile, viele Bisswunden und zwei getötete Kreaturen später, haben die restlichen Viecher endlich von mir abgelassen und ich konnte erstmal pausieren und mich den Verletzungen widmen. Zum Glück war nichts tief. Nur oberflächliche Kratzer und ein paar kleinere Löcher. Aber die Hose war an mehreren Stellen total zerfetzt. Immerhin hatte sie meine Beine vor Schlimmeren bewahrt, weswegen ich mich erst einmal daran machte, die Löcher zu flicken und die offenen Stellen mit Pflanzenfasern zu vernähen.

Da hatte ich wohl noch einmal Glück gehabt. Aber zum ersten Mal kam mir der Gedanke, dass ich ein Gespräch mit dem Menschen dem ich begegnet bin, hätte suchen sollen. Mist. Jetzt war es dafür allerdings zu spät und ich beschloss mich erstmal von der Flucht zu erholen und zu pausieren und schon brach auch die erste Nacht herein. Viel Schlaf fand ich allerdings nicht.

Mit dem ersten Licht des kommenden Tages, brach ich auch schon wieder auf. Diesmal habe ich die Spuren meines Lagers beseitigen können, ehe ich weiterzog. Unterwegs bin ich noch anderen Behausungen begegnet. Diese waren jedoch so groß, dass ich davon ausging, dass sich dort eine ganze Gruppe niedergelassen hat und das erinnerte mich zu sehr an Nasad und die ganzen Banden. Nein, einer Gruppe wollte ich wirklich nicht über dem Weg laufen und so zog ich alleine weiter. Auf kleinere Häuser oder Hütten bin ich leider nicht mehr gestoßen und da ich nun regelmäßig auf aggressive Tiere traf und eine Konfrontation tatsächlich nur knapp überstanden habe, erschien es mir immer notwendiger mich mit anderen Bewohnern einzulassen und sei es nur um ein wenig zu lernen, denn ohne – dessen war ich mir bewusst – würde ich hier wohl nicht lange am Leben bleiben und so beschloss ich die nächste Behausung, die ich finden würde, etwas ausgiebiger zu beobachten.


Wird im weiteren Spielverlauf fortgesetzt
 
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Nachts ist diese Wildnis kein Spaß. Man sieht nichts und stolpert über Wurzeln und Steine. Sichere Plätze zum Verweilen findet man so auch nicht. Angelockt vom Licht einer scheinbar großen Siedlung habe ich dann ganz in der Nähe mitten in der Nacht ein Lager aufgeschlagen. Versteckt zwischen zwei Felswänden habe ich mich niedergelassen und eine einfache halboffene Hütte aus Stroh errichtet. Die Gegend schien gut. Die Felswände – so dachte ich – bieten Schutz vor diesen Riesenechsen, Trinkwasser ist gut zu erreichen und in der Gegend wimmelt es nur so von diesen kleinen Vögeln, die so langsam sind, dass sie sich selbst von mir jagen lassen. Ich dachte – besser könnte es nicht sein und vielleicht würde ich mit den Menschen der Siedlung, die so verdammt sicher aussieht, ins Gespräch kommen. Erst habe ich mich nicht getraut, aber dann habe ich einfach geklopft. War aber niemand zuhause oder ich wurde nicht gehört. Jedenfalls erfolgte keine Reaktion. Habe mich dann als der Regen einsetzte, erstmal unter das Strohdach an meinem Lager zurückgezogen und ein wenig Fleisch gebraten. Dass ich dabei nicht meine ganze Hütte abgefackelt habe, war echt ein Wunder. Habe nach dem Essen, das Feuer wieder gelöscht und mich erstmal hingelegt, aber viel Schlaf habe ich bei all den Geräuschen dieser Kreaturen nicht finden können.

Am nächsten Tag bin ich erstmal auf Entdeckungstour gegangen. Und als ich mit gesammelten Beeren zurück kam, wurde mein Lager von einem riesigen Vogel mit verkümmerten Flügeln und ellenlangen Klauen zerlegt. Erst dachte ich, dass Vieh sei so harmlos wie diese Kleinen am Strand aber als mich die Kreatur entdeckte, schoss sie auf mich zu und rammte mich. Mir wurde schwarz vor Augen und an mehr erinnere ich mich nicht. Kein Plan wie ich dieses Ungeheuer überlebt habe, aber irgendwann kam ich wieder zu mir. Mein Lager war vollständig zerstört, aber ich war dieses Mal noch mit dem Leben davon gekommen. Doch wie lange noch? Dieser Ort ist die Hölle. Kreaturen mit messerscharfen Klauen oder Zähnen, die einen jagen. Riesenviecher, die einen zertrampeln können. Dieser Ort ist die Hölle und ich befinde mich mitten drin. An diesem Platz wollte ich kein zweites Mal ein Lager aufschlagen. Also zog ich weiter und immer weiter. Unterwegs traf ich auch auf andere Behausungen, dessen Bewohner jedoch nicht auffindbar waren. Inzwischen war mir eines klar geworden, auch wenn man keinen Menschen wirklich trauen kann, ohne eine Gemeinschaft überlebt man diesen Ort nicht und so blieb mir nichts anderes übrig als Anschluss zu finden. Viel hatte ich den hiesigen Bewohnern nicht zu bieten. Alles was ich in meiner Welt war und konnte, ist hier völlig wertlos. Verdammt, ich war Überlebenskünstlerin, aber auf diese Hölle war ich nicht vorbereitet.

So zog ich weiter, jagte diese Stummelflügel-Vögel und briet ihr Fleisch in einem Lagerfeuer. Anschließend beseitigte ich die Spuren meiner Anwesenheit und zog wieder weiter. Ich bin vor Riesenschlangen weggelaufen und bin den Giganten aus dem Weg gegangen. Dann plötzlich hörte ich wieder so ein Trampeln und die ganze Erde bebte. Als ich mich umdrehte, war ein Vieh, dass ich nie zuvor gesehen habe ganz in der Nähe. Es sah aus wie die kleinen scharfzahnigen Biester am Strand. Nur war es riesig. Was jedoch noch grotesker war, war, dass das Tier Sattel und Zaumzeug trug und tatsächlich Menschen mit diesem Giganten unterwegs waren. Ich wich zurück, auch wenn mir klar war, dass wenn dieses Biest mich fressen wollte, ich nirgends hin fliehen könnte. Doch die Menschen haben mich angesprochen und weiß der Geier, was mich geritten hat, aber meine letzten Vorräte waren aufgebraucht und der Hunger so quälend, dass ich um Hilfe bat. Sie haben mir Kleidung überlassen und auch Fleisch. Einfach so. Ohne Gegenleistung. Ich wünschte ich hätte mir ihre Namen merken können. Sie stammen wohl irgendwo aus dem Norden, einer Gegend mit viel Schnee, wo sie in einer Gemeinschaft leben. Ein anderer Mensch, einer mit einer urigen Maske und einem schlanken Reittier, welches gigantische Sprünge macht und schneller ist als manche Fahrzeuge, bot sich an, mich zu einer Siedlung zu begleiten. Ich glaube sein Name war Flint.

Das Lustigste war, dass er mich mit wenigen Sprüngen (mir wäre speiübel geworden, wenn die Tour auf diesem Springtier noch länger gedauert hätte) zu eben der Siedlung gebracht hatte, in dessen Nähe ich vor wenigen Tagen noch mein eigenes Lager hatte. Ironie des Schicksals oder Zeichen?

Flint blieb noch etwas mit da und ich hatte den Eindruck, er wolle wirklich sicher gehen, dass ich gut untergebracht bin, ehe er weiter zog und dabei hatte ich ihm nicht einmal irgendwas zu bieten. Mehr als mich bedanken, konnte ich mich nicht, aber sollte er mir je wieder begegnen, werde ich ihn fragen mit was ich mich erkenntlich zeigen kann. Am liebsten wäre ich bei ihm geblieben, aber er sagte, dass sich ihm nur Würmer anschließen können. Kein Plan, was das zu bedeuten hat.

Diesen Menschen begegnet zu sein, war wohl das größte Glück überhaupt. Die Mauern um die Siedlung sind groß und wirken sehr sicher. Der Anführer hat mich auf Probe aufgenommen, wenn ich mich hier gut einbringen kann, habe ich es vielleicht geschafft und ein sicheres Plätzchen zum Bleiben gefunden. Er hat mir aufgetragen mich um die Tiere zu kümmern. Die Tiere… Als hätten sie hier einen Taubenschlag oder so, aber nein, sie halten diese Biester, welche mich draußen attackiert haben. Ehrlich gesagt, möchte ich diese Tiere nicht versorgen, kann mir nicht vorstellen, dass die Biester freundlich sind, aber vor die Tür gesetzt werden, möchte ich auch nicht. Alles ist besser als die Hölle da draußen und so werde ich mich mit den Tieren befassen und ich hoffe einfach mal, dass ich ihnen das richtige Futter gebe. Die scharfzahnigen Kreaturen fressen wohl nur Fleisch und die anderen Beeren. Sollte machbar sein. Vielleicht kann ich den Scharfzahnviechern das Fleisch ja einfach hinschmeißen und muss gar nicht zu nah heran und vielleicht, wenn sie erstmal merken, dass ich Futter bringe, versuchen sie erst gar nicht mich zu fressen. In jedem Falle möchte ich mir das Dach über den Kopf, das mir hier geboten wird, wirklich verdienen und werde mich dieser Herausforderung stellen.

Vorerst werde ich bei Slifk in der Taverne leben. Er hat mir sein Zimmer überlassen. Auch wenn sein Bett nach diversen alkoholischen Ausdünstungen und verschütteten Getränken riecht, ist es das wohl beste was mir in den letzten Tagen passiert ist. Immerhin ist es ein richtiges Bett und innerhalb dieser Mauern, fühle ich mich zum ersten Mal sicher. Slifk ist zwar ein Trunkenbold, aber der erste Eindruck sagt, dass er sein Herz am rechten Fleck hat und das ist mehr als ich von den meisten Menschen meiner Heimat behaupten kann. Ich hoffe, dass ich mich hier gut einbringen kann und auf Dauer die Sicherheit dieser schützenden Mauern genießen darf.

... Wird im Spiel weiter fortgesetzt ...
 
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Inzwischen habe ich mich mit den Tieren unserer Gemeinschaft angefreundet. Es ist erstaunlich, wie die spuckenden Scharfzähne auf mich reagieren, wenn ich mit Fleisch zu ihnen gehe. Mittlerweile kann ich ihr Gehege problemlos betreten, sie freuen sich über das Fleisch und lassen sogar zu, dass ich ihre Eier an mich nehme und den Stall miste. Manchmal lassen sie sich sogar ein wenig kraulen. Die ganzen Kreaturen, welche mir in wilder Form noch immer Angst einflößen, scheinen sich gut zähmen und nutzen zu lassen. Reerc sagt, dass man sie zum Beispiel transportieren schwerer Lasten nutzen kann. Das soll ich lernen, was wirklich gut klingt, denn diese ganze Schlepperei ist mehr als mühsam.

Man kann schon sagen, dass ich mich hier im Lager gut eingelebt habe. Nichts desto trotz stelle ich immer wieder fest, wie unsicher ich hier bin und das ich teilweise bei Gesprächen keinen Plan habe, was ich sagen soll. Irgendwie verunsichert mich diese Welt und auch das Verhalten der Menschen. Sie sind freundlicher und gesprächiger als ich es gewohnt bin. Wir hatten neulich Besuch von einem Schnapshändler. Verdammt, mir ist sein Name entfallen, aber sein Gesicht würde ich sofort wiedererkennen.

Auf alle Fälle wurde ich wieder einmal gefragt, was ich vor all dem hier gemacht habe und was ich eigentlich kann. Ich hasse dieses Thema. Wirklich. Denn je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr wird mir bewusst, dass alles was ich war und was ich konnte mit Nasad zusammen hing, denn dort kannte ich mich aus, wie kaum ein anderer und genau das habe ich mir zu Nutzen gemacht. Meine dortige Tätigkeit lässt sich kaum beschreiben, aber ich habe überlebt und das nicht schlecht. Ich wusste mit Waffen umzugehen, die um so ein Vielfaches anders waren, als alle Waffen, die ich hier bisher vorgefunden oder selbst erstellt habe. Ich habe Ware transportiert, weil ich die besten Wege kannte um den Banden und möglichen Hinterhalten auszuweichen und meine Ware immer ans Ziel kam, nicht weil ich sonderlich geschickt in Verhandlungen wäre. Ich kannte die Bewohner Nasads und all ihre Banden sehr genau, wusste mit wem man Geschäfte machen kann und wem man aus dem Weg ging. All das hat mir Sicherheit gegeben. Aber hier, in dieser Wildnis bin ich ein völlig anderer Mensch. Ich fühle mich ungeschickt in der Wildnis und noch ungeschickter im Umgang mit der hiesigen Bevölkerung. Nichts desto trotz möchte ich mich einbringen. Ich habe selten so viele freundliche und hilfsbereite Menschen getroffen und ich möchte so gerne etwas zurückgeben und mich nützlich machen.

Und zu allem Überfluss, werde ich noch ausgerechnet dann krank, als mich Reerc darum bittet mit Flint loszuziehen um Metall zu besorgen. Ganz toll. Aber die Tage bzw. vor allem die kühlen Nächte draußen in der Wildnis und ich vom Regen durchweichten Klamotten haben ihren Tribut gefordert und nun liege ich hier, hüte das Bett und habe Zeit nachzudenken. Über mich. Mein altes Leben und mein neues.

Der Schnapshändler und Slifk haben Recht. Sie haben mir erzählt, dass diese Welt unendlich viele Möglichkeiten bietet. Meine Heimat bietet nicht. Sie stirbt. Lange wird es dort kein Leben mehr geben, also ist diese neue Welt für mich im Grunde eine echte Chance. Es gibt frisches Wasser, Essen und auch sonst scheint es alles zu geben, was ich zum Überleben benötige. Einzig die Kreaturen und das unwegsame Gelände machen mir das Leben schwer. Aber die Bewohner scheinen gelernt zu haben, damit zu leben und sich sogar die Tiere zu Nutzen zu machen. Mit Hilfe und Unterstützung von Reerc und Slifk werde ich sicher auch einiges lernen können und wer weiß, was sich mir hier für neue Möglichkeiten bieten. Jedenfalls habe ich dicke Wände um mich herum, die Tiere sind draußen und hier lässt es sich gut leben.

Slifk hatte die Idee, dass ich als Bardame in seiner neuen Taverne arbeiten könnte und zuerst fand ich das Angebot wirklich verlockend. Vor allem, da ich für diese Tätigkeit die schützenden Mauern kaum verlassen muss. Aber das bin nicht ich. Armer Slifk. Ich werde ihm sagen müssen, dass daraus eher nichts wird. Meine Fähigkeiten bezogen sich alle darauf, mich in meiner alten Heimat gut auszukennen und wenn ich hier wieder zu meiner Selbstsicherheit zurück finden möchte, dann führt mich mein Weg hinaus in die Wildnis. Ich muss mich nicht verstecken, sondern wie alle anderen auch, lernen mit den Gegebenheiten zu leben. Helfen wird mir vor allem das Belohnungssystem. Ich bin davon überzeugt, dass es was mit diesem komischen Chip in meinem Arm zu tun hat, aber ab und an wird mir neues Wissen bewusst. So habe ich gelernt diverse Dinge selbst herzustellen und dabei bin ich gar nicht mal so ungeschickt. Auch im Umgang mit den Tieren werde ich immer geübter. In der Wildnis weiß ich inzwischen, dass Dodos leichte Beute sind und die spuckenden Scharfzähne in unserem Lager sich über dieses Fleisch freuen. Auch weiß ich, welchen Tieren man besser ausweicht und gegen welche man sich gut verteidigen kann. Es wird. Und mit der Zeit, werde ich meinen Platz in dieser neuen Welt genauso gefunden haben, wie jeder andere. Und gemessen an meiner Heimat, ist diese Welt vielleicht wirklich nicht der schlechteste Ort. Zumindest scheinen die Viecher etwas Gutes zu haben, die Menschen arbeiten mehr zusammen und das scheinbar sogar über Gruppierungen hinaus.
 
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#15
Inzwischen ist viel Zeit vergangen und hier auf dieser Welt ist so viel passiert und ich habe inzwischen so viele weitere Menschen kennen gelernt, dass ich nur das Wichtigste festhalten kann.

In der Gemeinschaft habe ich mich gut eingebracht, einen Bauplatz zugewiesen bekommen und mit Unterstützung auch schon mit dem Bau meiner Bleibe begonnen. Ich fühle mich hier richtig wohl. Reerc ist ein klasse Kerl und Slifk genauso. Inzwischen habe ich mich auch an die meisten Tiere gewöhnt und manche sogar richtig lieb gewonnen. Justine unser Biber ist ein total lieber, ruhiger Kerl mit dem ich gerne in Lagernähe unterwegs bin. Er ist eine große Hilfe beim Holzabbau und darüber hinaus einfach ein friedliches, freundliches Tierchen mit großen Kulleraugen und jede Menge Fell. Ich mag ihn und manchmal gehe ich auch einfach nur zu ihm, um ihn ein wenig zu kraulen oder eine Leckerei vorbei zu bringen.

Er ist so ganz anders als die ganzen scharfzähnigen Riesenechsen. Die sind mir einfach nichts. Sie stinken aus dem Maul und die dolchartigen messerscharfen Zähne werden mir wohl nie geheuer sein. Klar, ich arrangiere mich mit ihnen, wenn ich es muss und gebe ihnen auch ihr Futter, aber auseinanderhalten kann ich sie nicht und abgewinnen kann ich ihnen auch nichts.
Da ich ich Reerc und Slifk jetzt auch schon auf den einen anderen Ausflug begleitet habe, musste ich auch schon auf diesen Tieren reiten. Reerc hat mir alles erklärt und so schwer ist es nicht. Das Pribzip ist ähnlich wie bei Justine, dem Biber und sie sind ja wirklich gut trainiert und auch zutraulich, aber wirklich anfreunden kann ich mich mit diesen Tieren einfach nicht. Es sind Jäger und ich bin aus ihrer Sicht klein genug um locker als Beute durchzugehen. Es sind und bleiben Tiere, woher soll ich wissen wann sie mal frei drehen oder ich etwas mache, was die Stimmung zum Kippen bringt. Nun ja, aber auf ihrem Rücken ist es sicherer, als vor den Zähnen. Richtig?

Bei unserem letzten Ausflug haben wir einen Einsiedler auf seinem Hof besucht: Frank. Irgendwie habe ich es auf seinem Fels-Plateau tatsächlich geschafft an einer glitschigen Stelle auszurutschen und runterzufallen. Zum Glück war unten Wasser und es war sogar tief genug, dass mir – oh Wunder – nichts passiert ist. Etwas unbeholfen bin ich ans Ufer gepaddelt und unterwegs tatsächlich von keinem der gefährlichen Wassertiere angegriffen worden. Aber es war ein ganz schöner Schreck. Zumal ich mich nicht auskenne und den Rückweg nie im Leben alleine gefunden hätte. Doch für einen Moment habe ich den Schreck ganz vergessen, denn auf der anderen Seite fand ich mich in der Nähe dieser wunderschönen Kreatur wieder.

Es war zweifarbig mit wunderschönen roten Streifen und flauschigen Ohren. Der Schreck vom Absturz war vergessen und fasziniert habe ich dieses Tier betrachtet. Allerdings war ich ihm wohl zu nah, denn es hat drohend mit seinen langen klauenartigen Krallen geschabt und mich mit seinen Blicken fixiert. Schnell habe ich das Weite gesucht und es hat tatsächlich keine Anstalten gemacht mich zu verfolgen, als ich mich entfernt habe.

Später, als Slifk mich eingesammelt und zurück begleitet hat, musste ich mit ihm und Reerc über diese wunderschöne Kreatur sprechen, aber meine Beschreibung hat ihnen nicht geholfen. Zum Glück scheint es Standorttreu zu sein, denn auf dem Rückweg war es genau an dem Strandabschnitt, wo ich ihm zuvor begegnet bin. Sie kannten das Tier natürlich und konnten mir erklären, dass es ein Biertier sei. Den Namen fand ich erst irritierend, aber das Tier scheint eine Vorliebe für Bier zu haben und sich damit gut locken lassen, so dass man sein Vertrauen gewinnen kann. Ich habe sie noch viel über das Tier ausgefragt und die Beiden mussten wohl gemerkt haben, wie fasziniert ich von ihm war, denn wenige Tage später – ich war gerade damit beschäftigt das Dach meines Hauses weiter zu bauen – da kamen sie zu mir und sagten, sie hätten ein Geschenk für mich und da hatten sie mir doch wirklich ein Biertier gezähmt. Slifk hat sogar freiwillig seine Biervorräte zum Zähmen genommen. Und das obwohl er mir ganz zu Anfang ganz deutlich erklärt hat, dass ich die Finger bloß von seinen Fässern lassen soll. Und jetzt das? Die Beiden sind schon ein wenig verrückt, aber nun habe ich tatsächlich ein Reittier, das mir keine Heidenangst einjagt und mich draußen auch beschützen kann.

Ich muss zugeben, als ich Comet dann so nahe war und zu ihm herauf gucken musste, da fand ich ihn nicht mehr ganz so niedlich, dafür aber umso imposanter und beindruckender und vor Allem atemberaubend schön. Als ich das rotgestreifte Tier am Strand gesehen habe, hätte ich schwören können, es war deutlich kleiner: Vielleicht etwas größer als ein Pferd. Aber vermutlich lag es einfach an der Distanz oder es war schlicht jünger. Comet ist jedenfalls uralt und ganz schön kräftig. Vielleicht ist er im Vergleich zu anderen Reittieren verdammt langsam und die Erde bebt ganz schön unter seinem massigen Körper, aber das stört mich nicht. Inzwischen haben wir uns richtig angefreundet und er ist mir gegenüber wirklich sanftmütig und sehr anhänglich.

Eine größere Freude hätten Reerc und Slifk mir nicht machen können. Ich bin wirklich froh nun nicht mehr auf diesen scharfzähnigen Echsen reiten zu müssen, wenn ich Reerc oder Slifk begleite. Aber ich finde es schon verrückt, von den Beiden, mir ein solches Geschenk zu machen. Muss ich mehr über die Beiden sagen, als das? Sie sind so anders als die Gruppierungen in meiner Heimat, sorgen für einander und Reerc möchte seine Leute um jeden Preis schützen. Er hat mir von den Männern vom Sägewerk erzählt und mir erklärt, dass er nicht möchte, dass sich sowas wiederholt. Er sorgt sich wirklich um seine Leute und ich bin Flint so unendlich dankbar, dass er mich genau hierher gebracht hat. Hier fühle ich mich zum ersten Mal in meinem Leben wirklich zuhause und es tut so gut, dass es Menschen gibt, auf die man zählen kann. Ja, ich bin froh Teil dieser Gemeinschaft zu sein und irgendwann muss ich Flint besuchen oder die Beiden aus dem hohen Norden und mich für ihre Hilfe bedanken.
 
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#16
So viel ist seither zu schnell passiert, dass ich gar nicht mehr alles festhalten kann. Das Wichtigste: Reece ist tot und Frank verschwunden. Seit dem geht alles den Bach runter. So gerne würde ich die Sache aufklären und ihn Reece rächen, aber dazu bleibt kaum Zeit. Denn jetzt ohne Reece gibt sich Slifk immer mehr dem Anlkohol hin. Er ist kaum noch ansprechbar und kümmert sich um nahezu nichts. Als Folge obliegt es mir alleine das Lager instand zu halten und die Masse an riesigen Mäulern zu stopfen. Ein Fass ohne Boden. Umso glücklicher sind wir, dass die Müllerbrüder Interesse an einem unserer Riesenwasserechsen haben, welche Reece als Spinos bezeichnet hat. Selbst dem Fremden habe ich nur zu gerne Tier verkauft, denn ich bin froh über jedes Maul, dass es hier weniger zu stopfen gibt. Slifk ist mir leider nur noch selten eine Hilfe. Meist liegt er besoffen herum und man kann froh sein, wenn man mit ihm überhaupt noch Worte wechseln kann.

Ich bin erstaunt, was Reece alles organisiert und gemacht hat. Kurz nach Reece Tod kamen jede Menge Besucher und alle wollten etwas über Absprachen wissen, die sie mir ihm getroffen haben oder Sachen kaufen, die nur Reece herstellen konnte. Verdammt, er fehlt hier wirklich. Inzwischen sind die Mauern marode geworden und die Palisade zerfällt immer mehr. Ich habe keinen Plan wie ich alleine all das reparieren soll. Als hätten wir hier nicht schon genug Probleme, sind in den letzten Nächten immer mal wieder Feuer ausgebrochen. Die Tiere werden nicht gut genug versorgt und rasten immer mal wieder aus und werfen Fackeln um. Dazu kommt, dass die Strohbarren zerfallen und der Wind das trockene Stroh in die Fackeln weht. Slifk achtet auch nicht mehr darauf, dass er die Feuerstellen löscht. Er schläft einfach ein. Irgendwann fackelt uns das ganze Lager ab. Zum Glück wohnen wir an der Bucht, so konnten wir die Flammen immer wieder beherrschen.

Verdammt sei der Mörder von Reece. Ich bin so müde, meine Händer sind voller Schwielen, aber so sehr ich mich auch bemühe, es will mir einfach nicht gelingen, alles alleine zu unterhalten.

… Letzter Tagesbucheintrag von Kyra …

Kurz nachdem Kyra ihren letzten Tagebucheintrag verfasste, kam es zum nächsten Brand, diesmal in der Taverne. Die Strohdächer fingen Feuer und der Wind wehte die Glut von Dach zu Dach und schnell fing das ganze Lager Feuer. Slifk hat in seinem Suff vermutlich nicht mal etwas bemerkt und ist in den Rauchschwaden erstickt. Kyra selbst, welche probiert hatte in das einstürzende Gebäude zu dringen um ihn zu retten, wurde von einem einkrachenden Balken erschlagen und die Tiere haben sich losgerissen und vollständig den Verstand verloren.

R. I.P.
 

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