Season 1 Karl Max Friedrich

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Karl Max Friedrich
#1
Name: Christian
Steam ID64 :76561198027070771
Alter: 39
Herkunft: Eckernförde
Rollenspielerfahrungen: Seit 24 Jahren spiele ich Pen&Paper (DSA, SR, WoD, Magicka), ich betätige mich im Bereich reenactment seit knapp 15 Jahren, dort stelle ich derzeit den Koch eines 40 Personen Starken Heerlagers dar.

„Ach, mein, dein, das sind doch alles bürgerliche Kategorien“ schreie ich während ich weglaufe.

Wütend schaut mir der Ladenbesitzer hinterher, den ich um zwei Äpfel im Vorbeilaufen erleichtert habe.

Flink bahne ich mir den Weg über den Wochenmarkt. Es wimmelt von Menschen nichts leichter als hier seinen Hunger zu stillen und unerkannt in der Anonymität der Masse zu verschwinden.

Eins möchte ich klarstellen, ich stehle nicht. Meine Eltern zogen keinen Lügner, Betrüger oder Dieb auf sondern einen wachen und freien Geist.

Ich bin für die Freiheit eines jeden und ich glaube das Besitz die Wurzel allen Übels ist.

Ich für meinen Teil habe da eine eigene Philosophie erschaffen, weit weg von Marx und Co.

Nehmen wir zum Beispiel meine Wohnung, ich schließe sie nie ab sondern lasse die Tür einen Spalt weit offen. Es ist schon vorgekommen das ich nach Hause kam und meine Wohnung voller Leute waren die eine Partie feierten, ab und zu lassen die Leute irgendetwas zurück und manchmal nehmen sie etwas mit, ein Grund warum ich keinen Flatscreen oder Computer besitze. Teilen gehört zu meinen obersten Prinzipien. Warum sollte jemand mehr haben als er oder sie gerade benötigt. Unsere Gesellschaft ist so auf Überschuss programmiert das ein einzelnes Individuum eigentlich sich nur einen Teil nehmen muss, Umverteilung ist das Zauberwort und manchmal muss man nachhelfen.

Meine Eltern sind beide Büchernarren, mein Vater ist Bibliothekar in eine Universitätsbibliothek und meine Mutter war bevor Sie Hausfrau und Mutter würde Lektorin für einen Verlag der sich auf Biologiebücher spezialisiert hatte. Beide waren sie sehr liebevoll zu mir und zueinander Gewalt lag Ihnen völlig fern. Sie unterstützten mich beide und förderten meine Talente. Meine Mutter war gerne im Garten und Kochte und Backte für ihr Leben gern, Vater dagegen war ein passionierter Heimwerker dank Ihm kann ich einen Hammer halten oder ein Brett durchsägen. Mit sieben Jahren ging ich zu den Pfadfindern mit 14 verließ ich sie wieder. Mein Musikalischer Unterricht reichte von der pentatonischen Flöte bis hin zur Gitarre, von allem ein bisschen aber nichts richtig, eigentlich die Überschrift meines Lebens.

Schon auf dem Weg zum Abitur schlug ich den Weg ein, den ich bis heute beschreite. Politisch arrangierte ich bei [´solid] der linksjugend, später wollte ich dann die Welt aus den Angeln heben und gegen die Ungerechtigkeit auf der Welt kämpfen, sprich dem Kapitalismus.

Meinen Kampfgeist zeigte sich auf Demonstrationen, ich leistet Widerstand indem ich mich an diversen Geräten oder Örtlichkeiten festkettete. Weder meine Mutter noch mein Vater schalten mich deswegen.

An der Uni habe ich es ein Semester ausgehalten und das wobei ich Philosophie studierte oder sagen wir dafür eingeschrieben war. Als ich mich für das neue Semester nicht eintrug erzählte ich meinen Eltern erst mal nichts „Wer nicht die ganze Wahrheit sagt hat noch lange nicht gelogen“.

Ich wohnte zu dieser Zeit in einer Art Sozialwohnung, die Miete war überschaubar und es war kein Rattenversifftes Drecksloch. Für die Miete machte ich mich ein paar mal im Monat auf um Werbung zu verteilen, dies war gar nicht so einfach, man musste schon findig sein um die Massen an Werbung gleichmäßig in den umliegenden Containern zu verteilen.

Nicht das ich Arbeitsscheu wäre, im Obdachlosenheim helfe ich mehrfach die Woche aus, auch im Tierheim bin ich aktiv, nur ernährt das einen nicht.

Wie ich zum grünen Widerstand gekommen bin, das weiß ich selber nicht mehr genau. Ich glaube ich würde bei einer Demonstration gegen Tierversuche kurzfristig eingekesselt und Erkennungsdienstlich behandelt, dabei lernte ich Franzi kennen. Wir wurden schnell Intim, ich muss zugeben das unsere “Beziehung“ nicht auf Ehrlichkeit basierte. Ich erzählte von meinen zahllosen Verhaftungen und Fluchten, wie ich darauf brannte es dem Verhassten System zu zeigen, halt alles was zeigte was für ein harter Kerl ich doch sei und ich war überzeugend. Franzi dachte ich wäre ein abgebrühter Ökoterrorist, mein Pech. Sie stellte mich ein paar wirklich hatten Jungs vor, nein nicht groß und breit sondern total Irre und abgefuckt. Franzi führte mich ein und stellte klar das ich vertrauenswürdig sei. Die nerdigen Jungs, alle samt nicht viel älter als ich, vielleicht 22 – 24, wollten den Forschungstrakt eines Pharmakonzerns platt machen. Ich hatte keine Ahnung was das heißen sollte, vor Franzi wollte ich mir aber auch keine Blöße geben. Insgeheim dachte ich wir würden ein paar Tiere freilassen um die Forschung zu sabotieren oder ein paar Computer manipulieren. Ihre Planung diesbezüglich war schon weit Fortgeschritten und eigentlich bräuchten Sie keine Hilfe aber wo ich schon mal da war sollte ich mit. Keiner erzählte mir was sie vorhatten. Meine Aufgabe war es die Jungs und die fertig Verpackten Rucksäcke hinzubringen und beim Verladen der Rucksäcke zu helfen.

Ich fuhr uns alle in einem Kleinbus durch die Abendliche erwachende Stadt, hinaus über die Autobahn in Richtung eines abgelegenen Labors. Wir bräuchten keine Stunde anzukommen. Ich lenkte das Auto auf Anweisung an den hinteren Teil des Grundstücks welches dort an einen Wald grenzte. Wir stiegen alle aus und die Jungs begannen sogleich in den alles umgebenen Zaun ein Loch zu schneiden. Die Jungs waren höchst konzentriert, mein Blick fiel auf Franzi und Ihr Blick traf den meinen, Sie grinste. Einer der Jungs stieg durch das Loch und war kurz weg um die Lage zu checken, als er wieder kam sagte er nur kurz “Alles Roger“. Die Jungs schnappten sich jeder ein bis zwei Rucksäcke und gingen in Richtung Labor. Franzi und ich waren als letztes an der Reihe. Ich wollte den Rucksack ganz lässig auf die Schulter nehmen und war überrascht von seinem Gewicht, die Neugierde siegte und ehe Franzi was sagen konnte schaute ich in den alten Militärrucksack hinein.

C4, Plastik Sprengstoff. Ich hatte zwar noch nie welchen außerhalb von Dokumentationen gesehen aber das das hier keine Knete zu sein schien, war mich sofort klar. Fassungslos starrte ich ein paar Sekunden auf den Inhalt des Rucksacks und dann zu Franzi. Ich wollte gerade los stammeln das mir das hier doch etwas zu strange ist da fiel mir Ihr gleichgültiger Blick auf jedoch bevor ich mir Gedanken machen könnte warum Sie nicht schockiert war hörte ich Schüsse. Kurze Salven bellten durch die Nacht, beim ersten Schuss hatte sich mein Blick in die Dunkelheit in Richtung der Jungs gewandt. Nach ein paar Sekunden Blickte ich zum ersten mal in die Augen von Catherine, ja in diesem Augenblick hatte sich Franzi verwandelt Sie stand immer noch vor mir und ihr Blick hatte sich nicht verändert es war Ihre Körperhaltung die mir sagte da stimmt was nicht, nun ja und die Tatsache das Sie eine Waffe auf mich richtete.

Sie drückte ab.

Als ich wieder zu mir kam saß ich in einem Truppentransporter der Polizei, ich war gefesselt und geknebelt. Mir tat alles weh, langsam realisierte ich was passiert war, Franzi hatte mich getasert. Ich blickte mich um, von den Jungs war nichts zu sehen. Ein Polizist bemerkte das ich wach geworden war und trat unvermittelt mir mit seinem Schuh ins Gesicht und Dunkelheit umfing mich ein weiteres Mal.

Mein Anwalt erzählte mir das ich der einzige Überlebende Terrorist war, die anderen wurden wohl in Notwehr erschossen oder hatten sich selbst gerichtet. Ich selbst wurde als Anführer dargestellt und mir wurden vorhergehende Anschläge angelastet

Nie hatte ich bei einem eine Waffe gesehen und gehört hatte ich nur vollautomatische Waffen.

Kurz vor meiner Gerichtsverhandlung kam Catherine zu mir ins Gefängnis. Ich wollte nicht mit Ihr reden aber eine Wahl hätte ich nicht. Sie erzählte mir ganz offen das Sie die Jungs ausspioniert hatte und Sie mich am Anfang wirklich für einen verdammten Terroristen hielt. Ich fragte Sie wann sie gemerkt hatte das ich nur ein normaler Typ war. “An deinem selten dämlichen Blick als du das C4 entdeckt hast, da habe ich gemerkt das du nur ein Idiot bist, ein süßer aber ein Idiot.“ Sie erklärte mir das es bei der Kommandoaktion eigentlich keine Überlebende geben sollte aber bei meinem Anblick hat Sie es nicht über das Herz gebracht mich zu eliminieren. Lebenslanger Knast war Ihre Vorstellung von Gnade.

Vor Gericht waren alle Beweise getürkt und Zeugen bestochen, ich hatte keine Chance. Bei der Urteilsverkündung erteilte der Richter mir das letzte Wort bevor er das Strafmaß verkünden wollte.

“Die Proletarier haben nichts zu verlieren als Ihre Ketten. Sie haben dafür eine Welt zu gewinnen“ begann ich mit sicherer Stimme zu sprechen.

Der Richter lachte und meinte das sei ja grandios, er habe lange darüber nachgedacht wie meine Strafe aussehen sollte und ich hätte Ihm einen Bärendienst erwiesen. Er schaute mir in die Augen und sagte ich solle gerne eine neue Welt für mich gewinnen, eine ganz besondere Welt. Die Worte “Ich verurteile Sie zur Teilnahme an der Show auf Lebenszeit“ hallten lange in meinem Kopf. Mein Blick muss noch dümmlicher gewesen sein als beim Anblick des C4. Gerade wollte ich etwas Erwidern da gingen bei mir die Lichter aus.

Und nun, nun sitze ich am Stand die Füße im Warmen Wasser und viele Geräusche um herum, das rauschen des Windes in den Blättern, das plätschern der Wellen am Strand und etwas was sich wie eine fette Taube anhört.

Nun ist es an mir, Karl Max Friedrich, diese Welt zu erobern und zu einem besseren Ort zu machen.
 

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