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Edward Elric's Geschichte aka Tealk

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Tealk

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Einleitung:

Edward war ein kleiner Junge als er sich entschied zum Orden zu gehen, dieser Orden lehrte die Gebote Adanos. Viele Jungen kamen um dem Orden beizutreten aber nur wenige schafften es.
Es war mitten im Winter denn nur dann nahm der Orden neue Novizen auf.
Das Auswahlritual war für jeden Bewerber das gleiche. Die Wächter an den Toren erklärten den Wartenden dass es nur eine Möglichkeit gab im Orden aufgenommen zu werden: Sie mussten eine Nacht vor den Toren verbringen, bis der neue Tag anbrach. Währen dieser Zeit mussten sie Stehen und durften sich nicht vom Fleck bewegen. Sie durften nichts essen, nicht schlafen, sich nicht hinsetzen und auch auf keine andere weise ausruhen. An dem Tag an dem er sich dieser Prüfung stellte hatte es geschneit, und der Wind hatte den Schnee an den Mauern der Festung hoch aufgetürmt.
Als die Prüfung begann lag der Schnee bereits hoch und da es Stunde um Stunde weiter schneite, war er schließlich bis zu den knien in der weißen Pracht versunken.
Obwohl die Baumreihen etliche Meter entfernt lagen, schien sich die Finsterniss jenseits der Baumreihe wie ein Lebewesen nach ihm auszustrecken.
Während der Prüfung hatten die Wachen alles in ihrer Macht stehende unternommen um die totur noch schlimmer zu machen. Sie waren zwischen den frierenden Kindern hin und her gegangen und hatten mal mit gehässigen, mal mit freundlichen Gesten versucht, deren Wille zu brechen.
Ein Wachmann hatte Nemiel als Dummkopf bezeichnet und gefragt, wie er überhaupt glauben könnte, er sei würdig, in den Orden aufgenommen zu werden.
Ein anderer hat versucht, Edward in Versuchung zu führen, indem er ihm eine Decke und eine warme Mahlzeit anbot.
Einige zeit später sah Edward wieder das Gesicht eines Wachmanns vor sich der Sagte.
"Kommt mit hinein, Junge. Es gibt keinen Grund hier draußen in der Kälte zu stehen, du schaffst es doch sowieso nicht in den Orden. Jeder weiß, dass du gar nicht das zeug dazu hast, ich kann es in deinen Augen sehen, du weißt es doch auch. Willst du die Nacht hier draußen verbringen mit Bären, Löwen und anderen Raubtieren? Es gibt für sie nichts schöneres als einen kleinen schutzlosen Jungen der hier draußen herumsteht, ein wahrer Leckerbissen."
Rechts neben ihm stand ein Blonder Junge, von wundersamer Vollkommenheit und stolz, ein Wachmann mit grausamen Augen beugte sich zu ihm vor. "Du musst nicht die Prüfung bis zum ende durchstehen, dein Stolz und deine Standhaftigkeit haben den Großmeister des Ordens auf dich aufmerksam gemacht. Jeder Narr der Augen hat, kann sehen dass du das zeug um Novizen hast.
Der junge begann zu strahlen und sank vor Erschöpfung auf die Knie. Der Wachmann begann zu lachen und hob mit der Hand den Kopf des Jungen und sagte: "Du dummer Junge glaubst etwa du bist etwas besonderes, nur weil es dir jemand sagt? Du bist nichts weiter als eine Spielfigur für uns, mit der wir unseren Spaß haben." Daraufhin stieß der Junge ein zu Herzen gehendes Geheul aus.
So ging es weiter immer mehr gaben auf und am ende standen nur noch eine Hand voll Anwärter darunter Edward.
 

Tealk

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Jahre Später:

Lange Zeit hatte man die Nordwildniss als vergessenen Ort angesehen, zu nah an den Bergen, wo viele Bestien beheimatet waren, von zu schlechter Bodenqualität, um ertragreich Ackerbau zu betreiben, Zudem war der Wald zu dich, so dass man ihn nicht sicher durchqueren konnte. Vor allem aber hatte sich die Region den Ruf zugezogen, dass sich hier unerklärliche Phänomene abspielten. Man sprach von seltsamen Lichtern im Wald, und hin und wieder verschwanden Menschen für Tage im Gehölz, um dann um Jahrzehnte gealtert zurückzukehren.
Ja, die Region der Nordwildniss war ein mysteriöser Ort, und als sich Edward darauf gefasst machte, in dieses Gebiet vorzudringen, regte sich bei ihm zum ersten Mal Angst. Obwohl er behauptet hatte, sich nicht zu fürchten, wurde ihm nun bewusst, dass diese Angst immer da gewesen war - sie hatte nur unter der Verachtung für die Bestie und der Wut über Bruder Amadis Tod begraben gelegen.
Wie leicht es doch war, über den Aberglauben der Einwohner von Endriago die Nase zu rümpfen, wenn man sich im Kreis seiner Kameraden befand und vom Schild der Erleuchtung behütet wurde. Und wie leicht es doch war, dieser Selbstgefälligkeit und Gewissheit beraubt zu werden ,wenn Dunkelheit und Einsamkeit einen Heimsuchten.
Er schluckte die Angst herunter und trieb sein Pferd voran, da er spührte, dass es sich ebenfalls fürchtete. Die knorrigen, verdrehten Bäume waren älter als jeder Baum den er je gesehen hatte, und allem Anschein nach waren sie von einer schleichenden Krankheit heimgesucht worden, da zähflüssiger Saft aus dem Stämmen tropfte, der einen stechenden, bitteren Geruch wie nach verdorbenem Obst verbreitete.
Sein Weg führte ihn weiter in die schattenhaften Tiefen der Nordwildnis, und plötzlich spürte Edward, wie ein gehauchtes Wispern an ihm vorbeizog, wie der letzte Atemzug eines Sterbenden. Der Boden unter den Hufen seines Pferdes war schwammig und schädlich, Pilze und loderndes Unkraut wuchsen um die Baumwurzeln herum.
Tiefer und tiefer drang er in den Wald vor, wobei er in seiner Seele die Einsamkeit dieses Orts deutlich spüren konnte. Eine schmerzende Leere, die ihn bis in sein Herz frösteln ließ.
Plötzlich fühlte sich Edwar völlig allein, und ein erdrückendes Gefühl der Einsamkeit überkam ihn.
Es war nicht bloß eine Einsamkeit, die durch die Abwesenheit von Menschen in der weiteren Umgebung ausgelöst wurde, sonder der Eindruck, von der gesamten ihn umgebenden Welt abgeschnitten worden zu sein. Das Gefühl war so entsetzlich, dass Edward beinahe einen Schrei ausgestoßen hätte, weil er sich so bedeutungslos verkam.
Wie arrogant von ihm zu glauben, er befinde sich im Mittelpunkt der Spirale. Wie hochtrabend von ihm zu denken, er könnte den Lauf der Welt beeinflussen-
Tränen stiegen ihm in die Augen, während sein Pferd ihn tiefer in den Wald trug. Offenbar wusste es nichts von der langen, finsteren Nacht, die seine Seele erdulden musste.
"Ich bin kein Niemand", flüsterte er der Dunkelheit zu. "Ich bin Edward vom Orden."
Die Dunkelheit verschluckte seine Worte und antwortete mit spöttischem Schweigen. Seine Worte wurden ihm aus dem Mund gerissen, als hätte ein unsichtbarer Wind sie erwischt und mitgetragen, bevor sie die beharrliche leere um ihn herum durchdringen konnte.
"Ich bin Edward vom Orden!", brüllte er die Finsternis an.
Abermals wurden seine Worte fort getragen, aber sein wütender Ausruf hatte wenigstens für einen kurzen Augenklick die Schwärze abwehren können, die seine Seele angriff. Wieder brüllte er, und für Sekunden wurde ihm bewusst, in welche Gefahr er sich brachte, wenn er auf diese Weise ein Raubtier auf sich aufmerksam machte. Doch er fürchtete sich mehr davon, diese bis in seine Seele vordringende Taubheit könnte ihn ganz vereinnahmen.
Er ritt weiter, und wieder und wieder schrie er seinen Namen hinaus. Mit jedem Schritt, den sein Pferd ihn tiefer in den Wald trug, verspürte er eine Unsichtbare Boshaftigkeit, eine elementare Kraft, die aus dem Boden aufstieg. Es war, als lauere tief unter der Oberfläche von Anzah eine kaum unterdrückte Quelle des Bösen. Befand sich dort unten tatsächlich irgendetwas, das einen fürchterlichen Einfluss auf das Leben auf dieser Welt ausübte?
Kaum war ihm dieser Gedanke durch den Kopf gegangen, da bemerkte er, dass er nicht allein war.
Mit einem sanften Zug an den Zügeln brachte er sein Pferd zum Stehen, dann atmete er tief die kalte Luft ein. Er spürte, dass mehrere Wesen ihn aus dem schützenden Schatten der Bäume beobachteten.
"Er weiß es... er fühlt es..."
Er konnte sie nicht erkennen, so gut wurden sie von der Dunkelheit getarnt, dennoch wusste er mit absoluter Sicherheit, dass sie ihn nicht aus den Augen ließen.
Aus dem Augenwinkeln konnte er sie wahrnehmen, kaum mehr als flüchtiger Schatten, die sofort verschwanden, sobald er den Kopf in ihre Richtung drehte. Zu wie vielen sie waren, vermochte er nicht zu sagen. Mindestens fünf glaubte er wahrnehmen zu können, doch ob das alle waren, entzog sich seiner Kenntnis.
"Töte ihn ... es hat ihn berührt ..."
Flüstern wechselte zwischen den Bäumen hin und her, aber Edward wusste, es war kein Flüstern, das einer menschlichen Kehle entsprang. Es hatte nicht einmal in einem Reich seinen Ursprung, das er mit einem seiner fünf Sinne wahrnehmen konnte. Es wirkte, als spiele sich um ihn herum eine Unterhaltung ab. Obwohl die Worte - sofern diese Bezeichnung in einer ohne Sprache geführten Unterhaltung überhaupt eine Bedeutung besaß´- ihm fremd waren, verstand er sie dennoch problemlos.
"Wer seid ihr?", rief er und gab sich mühe, seine Stimme nicht zittern zu lassen. "Hört auf zu flüstern, und zeigt euch gefälligst!"
Die schattenhaften Beobachter zogen sich bei seinen Worten tiefer ins Dunkel zurück, womöglich vor Überraschung, dass er ihre Gegenwart bemerkt und ihre Unterhaltung mit angehört hatte.
"Er trägt den Makel in sich. Es ist besser, ihn sofort zu töten ..."
Edwards Hand wanderte zu seinem Schwert, aber eine geisterhafte Berührung seiner Gedanken veranlasste ihn, von solch feindseligem Verhalten Abstand zu nehmen.
"Du bemühst dich vergeblich, Edward vom Orden. Mit den Waffen deines Reiches kannst du uns nichts anhaben ..."
Die Stimme hallte in seinem Schädel wieder, und Edward schrie auf, denn sie war so laut, als würde sich der Sprecher unmittelbar vor ihm befinden.
"Wer seid ihr?", schrie er, erlangte die Kontrolle über seine Sinne zurück und sah sich hastig auf der Lichtung um. Zwar waren seine Widersacher nirgends zu entdecken, dennoch ließ er sein Pferd eine ganze Drehung beschreiben, während er sein Schwert zog. "Zeigt euch!" forderte er abermals. "Ich habe genug von euren Taschenspielertricks!"
"Also gut ..."
Kaum waren die Worte von seinem Bewusstsein aufgefangen worden, bekam er einen der bis dahin unsichtbaren Sprecher zu sehen.
Eine Gestalt trat aus der Dunkelheit zwischen den Bäumen hervor. Sie war nur paar Fuß groß und von Kopf bis Fuß in ein Gewand mit Kapuze gehüllt, das jeden Fleck Haut bedeckte. Die Dunkelheit unter der Kapuze war noch schwarzer als die, die Edward umgab. Eine innere Stimme sagte ihm, wenn er sehen könnte, was sich unter dieser Kapuze befand, würde ihn das ganz sicher in den Wahnsinn treiben.
Die Gestalt hielt die Arme vor sich verschränkt, die Hände waren im jeweils anderen Ärmel verschwunden.
Die Geste hatte etwas Dienstbares an sich, doch das Wesen an sich strahlte nichts dergleichen aus.
"Was bist du?", frage Edward. "Bist du ein Wächter im Dunkel?"
"Das wird als Bezeichnung für unseren Zweck genügen."
"Zweck? Für welchen Zweck?"
"Für die Kommunikation mit dir in einer Form, die du verstehen kannst. Menschen benötigen Bezeichnungen, damit ihre Welt für sie einen Sinn ergibt."
"Das hört sich an, als wärst du kein Mensch"
"Das ist richtig. Wir gehören zu einer einer Spezies, die der Mehrheit der Menschen unbekannt ist."
"Und was bist du dann?"
"Das ist unwichtig. Wichtig ist nur, dass du diesen Ort verlässt."
"Das kann ich nicht", gab Edward zurück. "Ich habe geschworen, die Bestie zu jagen, die meinen Freund getötet hat."
"Die Kreatur, die du suchst, ist nicht hier. Aber sie hält sich in der Nähe auf."
"Du weißt , wo sie ist? Sag es mir!"
"Also gut. Aber du musst schwören, diesen Ort zu verlassen, und niemals hierher zurückzukehren. Diese Wälder sind korrupt, und es kann nichts Gutes dabei herauskommen, wenn sich hier Menschen aufhalten."
"Korrupt? Was hat sie so werde lassen? Und wer hat das zu verantworten?"
Die kleine Gestalt schüttelte den Kopf. "Nein, dieses Wissen ist nicht für Menschen bestimmt. Eure Rasse weiß jetzt schon zu viel und versucht, sich in Dinge einzumischen, die sie nichts angehen."
"ich verstehe nicht", sagte Edward. "was sucht ihr hier?"
"Wir sind Angehörige einer ... Bruderschaft, ähnlich der deinen ... einer Kabale, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, das älteste Böse zu vernichten."
"Welches älteste Böse?", frage er. "Meinst du die großen Bestien?"
"Nein, die sind nur ein Symptom eines größeren Übels. Ich werde es nicht benennen, aber ich kann dir sagen, dass es den Fluch deiner Rasse darstellt und euch eines Tages verschlingen wird."
Edward fühlte einen eisigen Schauer, als die Kreatur dieses Böse erwähnte. Sein Instinkt sagte ihm, dass sie die Wahrheit sprachen. Ihre Worte trugen die Last ganzer Zeitalter in sich, und obwohl das unmöglich sein musste, kam es ihm vor, als sei das Wesen vor ihm auch Tausende Jahre alt, vielleicht sogar noch viel, viel älter.
"Dieses Böse. Kann es bekämpfte werden?", frage er.
"Selbstverständlich. Alles Böse kann bekämpft werden."
"Dann lasst mich euch helfen, es zu schlagen", rief er aufgeregt.
Wieder schüttelte sein Gegenüber den Kopf, und Edwards Laune verfinsterte sich.
"Ein übel wie dieses kann nie ganz geschlagen werden. Man kann es nur für eine Weile in Schach halten, doch solange Menschen existieren, wird es auch existieren."
"Wie kann ich dann helfen?"
"Gehe weg von hier. Verlasse diesen Ort und komm nie wieder."
Eward nickte, da er nur zu gern gehen wollte, doch zugleich widerstrebte es ihm, da er mehr über diese ... diese Fremden herausfinden wollte. "Wie seid ihr hergekommen?"
Ein erneutes Kopfschütteln, und Edward sah zwei weitere kleine Gestalten aus dem Wald hervor kommen, die die gleiche Körperhaltung einnahmen wie der erste.
"Er stellt zu viele Fragen!
Seine Rasse ist neugierig, und das wird sie ins Verderben stürzen. Wir sollten ihn töten."
Er hatte keine Ahnung, wer von den dreien redete, da ihre Stimmen mehrschichtig klangen und durch seinen Kopf wirbelten. Da die Sprecher von kleiner Statur waren, wusste Edward, dass er ihnen in einem normalen körperlichen Kräftemessen überlegen sein würde.
Jedoch war er auch überzeugt, dass sie über Fähigkeiten verfügten, die über seinen Verstand hinausgingen und mit denen sie ihm das Leben auslöschen würden, als sei es nicht mehr als eine brennende Kerze. "Warum wollt ihr mich töten?", frage er. "Was habe ich euch getan?"
"Du selbst nichts, aber deine Rasse in ihrer Gesamtheit droht, die Welt in ewiges Leid zu stürzen."
Edwards Gedanken überschlugen sich, als ihm klar wurde, dass den Worten dieser Kreatur zufolge auch außerhalb Anzahs Menschen existierten.
Von dieser neuen Erkenntnis beflügelt, hielt er sein Schwert vor sich. "Ich habe bereits meinen Orden geschworen, dass Böse zu bekämpfen, aber ich schwöre auch, alles in meiner Macht Stehende zu tun, um mich dem gleichen Bösen zu stellen, gegen das ihr kämpft."
"Nun gut, Edward vom Orden. Wir akzeptieren deinen Eid. Aber jetzt wird es Zeit, dass du gehst."
Er wollte noch tausend und mehr Fragen stellen, begnügte sich aber mit dem Wissen, das ihm bereits zuteil geworden war. Er steckte sein Schwert weg und ließ sein Pferd kehrt machen. Die Wächter im Dunkel fielen hinter ihm zurück und tauchten wieder ins Unterholz ein.
Als sie schon mit der Dunkelheit verschmolzen waren, fiel ihm noch eine wichtige Frage ein. "Wartet!", rief er." Was habt ihr damit gemeint, dass ich den Makel in mir trage?"
Zuerst glaubte er, die Antwort bliebe im vorenthalten, doch im gleichen Moment, da er sie mit seinen Augen nicht mehr von der Finsternis unterscheiden konnte, flüsterte eine Stimme aus dem Schatten: "Versuch nicht, die Tür zu öffnen, hinter der der leichte Weg zur Macht führt, Edward vom Orden. Reite zurück zu dem vom Blitz getroffenen Baum, und du wirst finden, wonach du suchst."
Edward verließ die Tiefen des Waldes und war guter Laune.
Sein Pferd hatte ganz ohne sein zu tun die richtige Strecke wiedergefunden und ihn zurück auf die Lichtung geführt, an dem Rand der vom Blitz getroffene Baum stand.
Dort war die Bestie welche er bekämpfen wollte um seinen Bruder Amadis zu rächen. Ein Demomischer Löwe. Edwards Gedanken kreisten aber immer noch um die Wächter im Dunkel und um ihre Worte, so dass er die Bestie nicht sofort bemerkte. Erst durch den Schrei der Bestie wurde er aus seinen Gedanken gerissen doch da war es schon zu spät um auszuweichen, die Bestie schoss schon auf ihn zu.
Alles was er noch tun konnte war von seinem Pferd zu springen und sich abrollen. Sein Pferd gab noch einen letzten Schmerzensschrei von sich bevor es zu Boden ging, da die Bestie ihm die rechte Seite mit seinen Klauen aufgerissen hatte.
Sie machte sich daran, Stücke aus dem Pferd zu reißen um diese zu essen, und nahm im ersten Moment keine Notiz von Edward. Erst als dieser sein Schwert zog drehte sie sich um und Brüllte ihn an.
Sein Atem hatte einen fauligen Geruch, welcher einen Brechreiz verursachte, doch Edward ließ sich davon nicht ablenken. Er stellte sich mit gezogenem Schwert dem Monster; die Bestie stand fast regungslos neben dem Pferd, anscheinend verwirrt dass Edward nicht davon lief. Stattdessen eilte Edward der Bestie entgegen, welche kurz darauf sich ebenfalls in Bewegung setzte. Edward holte zu einem Schlag aus die die Bestie an der Brust traf und sprang dann zur Seite, da die Bestie versuchte ihn mit der Pranke zu erwischen. Er rollte sich ab damit er sofort wieder aufstehen konnte, doch die Bestie verdrehte sich in der Luft und rammte Edward ihre Hinterpfoten in die Brust um ihn zu Boden zu drücken. Kaum lag er, rollte er sich zur Seite und hielt sein Schwert hoch, um zu verhindern sich selbst zu verletzen.
Der Löwe wühlte mit seinen riesigen Pranken dort den Boden auf, wo er gelandet war. Edward versuchte mit dem Schwert nach ihm zu stechen, traf ihn abermals an der Brust, dickflüssige Substanzen traten aus der Stichwunde und tropften auf seine Robe, zischendes, ätzendes Blut. Der Löwe wirbelte herum und Schnappte nach ihm, doch Edward brachte sich noch eben in Sicherheit, bevor die monströsen Kiefer der Bestie nur wenige Zentimeter vor seiner Brust zusammen schlugen.
Die Bestie ließ sich nichts an kennen dass die Wunde ihr irgendwelche schmerzen bereitete.Dann stürmte die Bestie auf ihn los. Die unmittelbare Nähe der Bestie lies Edward die Galle hochkommen - sie hatte etwas Widerwärtiges, nahezu Lepröses an sich. Ein Gestank nach zerfall umgab sie, wobei er sich nicht mehr sicher war ob es sich um einen Geruch handelte. Vielmehr kam es ihm vor, als übertrage sich die der Kreatur eigene Abscheulichkeit auf jedes Objekt in seiner unmittelbaren Nähe.
Der Löwe versetze ihm mit seinem riesigen Kopf einen Stoß gegen den Körper. Edward wurde mit solcher Kraft zu Boden geschmissen dass er zu seinem Entsetzen hören musste, wie mehrere Knochen brachen. Der Aufprall trieb ihm die Luft aus den Lungen, da sich die Bestie mit ihrer riesigen Pranke auf seine Brust stellte.
Edward fühlte sich als hätte jemand ein stählernes Band um seinen Körper gewickelt.
Er blickte in den weit aufgerissenen Rachen des Löwen. Langsam zog er ihn mit den Klauen hoch um ihm den Kopf abbeißen zu können. Aus dem Oberkiefer ragten die langen Säbelzähne hervor. Vergeblich versuchte er sich zu wehren, doch die Klauen, die sich in seine Schulter gebohrt hatten hielten ihn unerbittlich fest.
Währen die Fangzähne auf ihn herabfuhren, spürte er, wie sein Hass explosionsartig in einem funkelnden Lichtkranz förmlich aus seinem Körper heraus gesprengt wurde.
In diesem Moment kam alles zum Stillstand.
Obwohl er die Augen geschlossen hatte, konnte er die schimmernden Konturen des Löwen sehen, ebenso jeden Knochen und alle inneren Organe, als würde n sie von innen beleuchtet. Er konnte das Blut sehen, wie es durch die Adern strömte, er sah das Herz schlagen, und er machte die bösarige Energie aus, die die Bestie geschaffen hatte.
In Wahrheit bewegte sich alles weiter, jedoch so langsam wie ein Gletscher. Jeder Herzschlag des Löwen war ein gemächlicher, wabernder Donnerschlag. Die Fangzähne kamen ebenfalls unerbittlich näher, doch so unendlich langsam, dass er eine Weile benötigte ehe ihm eine Bewegung auffiel.
Jeder Knochen und jeder Muskel in Edwards Körper schmerzte. Seine Brust schien in Flammen zu stehen, und lähmende Kälte bahnte sich ihren Weg durch seine Knochen, als diese neue, nie gekannte Energie durch ihn durchströmte. Er sah an sich herab und konnte durch die haut hindurch die Adern und Knochen erkennen.
Wie vermutet, hatte die Bestie ihm mehrere Rippen gebrochen. Er konnte beobachten, wie sich die gesplitterten Enden aneinanderrieben.
Er hob den Arm zum Löwen, wobei seine Hand durch die geisterhaften Konturen hindruchglitt, als würde die Bestie aus Rauch bestehen. Als im klar wurde, dass er noch immer Amadias Schwert in der Hand hielt, welche er vor seinem Tod überreicht bekommen und auf welches er Rache geschworen hatte, lächelte er versonnen. Er presste die Waffe gegen das Herz des Löwen, und Stach zu.
Als die Bestie starb, kehrte die Realität brutal zurück.
Edwards Hand steckte einfach in der Brust der Kreatur, als wären sie miteinander verwachsen. Die Kiefer schlugen zusammen und trafen auf seine Schulter, die Säbelzähne bohrten sich durch die Schulter und gruben sich tief ins Fleisch.
Kaum war das geschehen, wurde die Brust des Löwen durch eine Serie innerer Detonationen nach außen gewölbt. Feuer flammte hinter seinen Augen auf, und als die Flammen aus dem Leib der Kreatur jagten, wurden die Flanken in Fetzen gerissen.
Der Leib explodierte in einem Regen aus Eingeweiden, dann brach das Tier zusammen und zog Edward mit sich zu Boden.
Der stöhnte vor Schmerzen, da das ungeheure Gewicht der Kreatur auf ihm lastete. Seine Schulter brannte, denn die Zähne hatten Fleisch und Muskeln durchbohrt, Jede Faser in seinem Körper schmerzte. Er kniff die Augen zu und biss sich auf die Unterlippe während er die Hände an den Kopf des Löwen legte.
Zwar wusste er ohne jeden Zweifel, dass die Kreatur nicht mehr lebte, dennoch rechnete er insgeheim damit, dass sich das Maul noch einmal öffnete, um zu vollende was es begonnen hatte.
Schnell war besser als langsam, entschied er und schrie laut auf, als er den Kopf des Tieres von sich riss, damit die Fangzähne aus seinem Leib glitten. Aus dieser Falle befreit, ließ er sich nach hinten sinken.
Blut strömte aus der tiefen Bisswunde in seiner Schulter, und die nächsten Minuten verbrachte er damit, die Verletzungen zu versorgen. Er reinigte alle Wunden, so gut er es mti den Materialien in den Satteltaschen seines niedergemetzelten Pferdes vermochte, dann legte er Verbände an.
Merkwürdigerweise schienen die Schmerzen bereits nachzulassen, aber er wusste, dass es nur am Schock lag. Schon bald würden sie sich wieder regen, stärker als zuvor.
Als er alles für seinen armen ramponierten Körper getan hatte, was hier und jetzt möglich war, sank er erschöpft auf die Knie, und nahm sich endlich einen Moment Zeit, üm nachzudenken, wie er die Bestie besiegt hatte.
Welche eigenartige Macht hatte es ihm ermöglicht den Löwen auf diese Art zu sehen? Gab es einen Zusammenhang mit seinem Ritt in den Wald? War es dessen Nachwirkung gewesen? War ihm diese Fähigkeit von den Wächtern mit auf den Weg gegeben worden? Oder steckte etas Düsteres dahinter?
War das der Makel, von dem sie gesprochen hatten?
Was auch dahinter stecken mochte, er konnte es sich nicht erklären. Diese völlige Ratlosigkeit ängstigte ihn mehr als der Löwe. Was es auch war, das diese eigenartige Macht hervorgerufen hatte, so stand doch eines für ihn fest: Niemandem würde er ein Wort darüber sagen.
In früheren Zeiten hätte man auf Anzah Menschen schon aus geringeren Anlässen auf den Scheiterhaufen verbrannt, und er hatte keine Lust, eine solches Ende zu nehmen.
Edward stand auf, schwankte leicht hin und her, dann hob er sein Schwert auf. Es war üblich dass ein Novize eine Trophäe mitbrachte, wenn er von einer Mission wie dieser zurückkehrte. Allerdings hatte die Explosion im Bauch der Kreatur von ihr nicht viel mehr als einen Berg blutiger Fetzen übrig gelassen.
Er sah sich um und entdeckte die eine Trophäe, die er zum Kloster mitnehmen konnte. Mit seinem Schwert begab er sich daran, den Kopf des Löwen vom zerfetzten Rumpf zu trennen.
Dann hielt er den abgetrennten Löwenkopf hoch und drehte sich zu dem Pfad um, auf dem er vor einer scheinbaren Ewigkeit hergekommen war.
Obwohl im vor Schmerzen und Blutverlust schwummrig war, begab er sich Lächelnd auf den Weg zum Dorf, den schweren Schädel hinter sich her schleifend.
Er fragte sich, wie wohl die anderen auf seine Rückkehr regairen würden. Dass sie überzeugt gewesen waren, der Löwe werde ihn töten, trug er ihnen nicht nach. Stattdessen freute er sich, ihnen das Gegenteil beweisen zu können. Er hatte alle seine Vorhaben erfüllen können. Die Bestie war tot, die Menschen waren von ihrer Angst befreit, und er selbst war bis an seine Grenzen gegangen.
Er hatte bewiesen, wozu er fähig war, hatte gezeigt, dass er sich den Streben seines Ordens nach Gleichgewicht verpflichtet fühlte und würdig war, ein Priester zu werden.
Aber letzen Endes zählte nur eines: dass er lebte.
Im Dorf angekommen bekam er ein neues Ross als Ersatz für das Tier, dass dem Löwen zum Opfer gefallen war. Damit sich sein Körper von den Strapazen erholen konnte, war Edward für eine Woche in dem Dorf geblieben. Als die restlos begeisterten Bürger ihn endlich ziehen ließen und er sich ohne allzu starken Schmerzen bewegen konnte, war er schließlich in Richtung Kloster aufgebrochen.
Im Kloster angekommen empfingen sie ihn mit einem Fest, ebenso wurde er zum Priester erhoben. Sie erzählten ihm dass schon von einer Beerdigungszeremonie für ihn gesprochen wurde, da alle meinte er wäre von der Bestie getötet worden.
Doch auch als er noch einige Jahre im Kloster des Ordens bliebt konnte er die Begegnung im Wald nicht vergessen.
So kam es dass er seinen zweiten Eid zu erfüllen versuchte und gegen das Böse zu kämpfen, auch wenn er noch nicht wusste wie, so machte er sich auf die Reise...
 
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