AnzahCraft - Deine Rollenspiel Community

Melde dich jetzt an, um teil der deutschen Rollenspiel Community zu sein. Erhalte zugriff auf alle unsere Funktionen. Sobald du registriert und eingeloggt bist, kannst du Themen erstellen, auf Themen antworten und so vieles mehr. Es ist schnell und völlig kostenlos, also worauf wartest du noch?

Season 2 Edmund Grimm

Shabba

Neuling
Beiträge
6
Alter
32
Ark Char
Karl Askarson
Hallo ihr Lieben,

Ich heiße Patrick, bin 29 Jahre alt und lebe derzeit in der Nähe von Nürnberg. Der Eine oder Andere mag meinem vorherigem Charakter Karl vom Teehaus schon begegnet sein. Da Karl nun aber von uns gegangen wurde, wird es Zeit für einen neuen Charakter:

Meine Steam ID lautet: 76561198027882282

Edmund Grimm

Heute ist der letzte Tag meines Lebens. Die Wachen waren so nett und haben mir, als finalen Wunsch quasi, ein Aufzeichnungsgerät gegeben. Das gibt mir die Gelegenheit meine Geschichte zu erzählen und meine Gedanken zu sortieren. Keine Ahnung was mit dieser Aufzeichnung tatsächlich passieren wird, aber wenn es mir in meinen letzten Stunden ein wenig Frieden und Ablenkung bringt, soll es mir recht sein.

Die Zeit ist knapp, fangen wir also an! Mein Name ist Edmund Grimm oder auch Eddy oder Ed. Ich bin jetzt 35 Jahre alt und war einst ein sehr glücklicher Mann. Ich hatte einen spannenden Job auf einem der Bergbauschiffe hier auf Porta Vier. Wer die Dinger nicht kennt, das sind Raumschiffe die von Planet zu Planet fliegen, um dort Erz zu fördern. An Bord befindet sich alles was man braucht von der Förderung über die Veredelung bis hin zum fertigen Barren. Hauptsächlich wurde Eisen geschürft, aber auch seltenere Metalle wie Obsidian. Meine Arbeit war im Stahlwerk, wo wir aus dem Roheisen und Koks die den begehrten Stahl bzw. die verschiedenen Legierungen für die Industrie fertigten. Ich liebte meinen Beruf, auch wenn er knallhart und in Relation unterbezahlt war. Normalerweise dauerte eine Abbautour vier bis sechs Monate. Eine lange Zeit die man weit weg von Zuhause ist. Eine lange Zeit die ich von meiner Frau Emma getrennt war. Gott sei Dank verging die Zeit üblicherweise wie im Flug und anschließend hatte ich immer ein paar Wochen frei.

Aber kommen wir zum Punkt. Unser Schiff war frühzeitig in die Werft von Porta Vier zurückgekehrt. Materialengpässe haben den Veredelungstrakt zum Stillstand gebracht und uns so eine unerwartete frühe Heimkehr beschert. Ich wollte meine Emma überraschen und fuhr auf dem Nachhauseweg noch schnell bei einem Blumenladen vorbei, um ihr eine der schönen Orchideen zu kaufen, welche sie so liebte. Mit lachendem Herzen bog ich also in unsere Einfahrt ein und betrat unser kleines Eigenheim. Drinnen war alles recht ruhig und wenn die Tür nicht unverschlossen gewesen wäre, hätte ich vermutet, dass gar Niemand Zuhause war. So jedoch, ging ich durch das Wohnzimmer und die Küche - niemand zu sehen. Sie musste also oben sein. Ich ging die schmale Treppe nach oben, wo sich das Badezimmer und unser Schlafzimmer befanden. Schon auf halben weg konnte ich die das plätschernde Geräusch der Dusche hören und musste jäh grinsen. „Emma duscht gerade“ dachte ich mir und gab mich wilden Fantasien hin. Ich betrat das Bad, klopfte vorsichtig an den Türrahmen, um so auf mich aufmerksam zu machen. „Schatz ich bin früher zuhause, ich geh kurz ins Schlafzimmer, dann bin ich bei dir.“, sagte ich halb lachend. Das Lachen blieb mir jedoch schnell im Halse stecken, als ich sah, dass Emma nicht alleine in der Dusche war.

Ich wurde sauer, nein wütend! Fürchterlich Wütend! Mich überkam ein Zorn wie ich es niemals für möglich gehalten hätte. Ein innerer Dämon übernahm meine Sinne, und machte ein Denken völlig unmöglich. Emma rief mir noch irgendetwas zu, auch der Kerl murmelte mir etwas entgegen, aber ihre Worte drangen nicht in meinen Geist vor. Ich stapfte in das Schlafzimmer, betätigte das Zahlenfeld an meinem Stahlschrank und holte meine alte Schrotflinte hervor. Im Laufen lud ich die Waffe durch, öffnete erneut die Badezimmertür, zielte grob und drückte ab. Emmas Liebhaber machte eine blutige Metamorphose von Mensch zu Brei durch und verteilte sich in der Dusche.

Da stand sie dann, meine süße Emma. Als ob sich ihr sonst so scharfer Verstand kurzfristig aus ihrem Körper gelöst hätte, blickte sie mit leerem Blick an ihrem nackten, rot gelb besudelten Körper hinab, dann auf den Menschenbrei zu ihren Füßen, dann zu meiner Flinte und zu mir. Sie stammelte mir etwas entgegen, es klang verwirrt und fragend aber wie zuvor lies es meine Wut nicht zu, dass ihre Worte einen Sinn für mich ergeben konnten. Ich spürte nur etwas Anklagendes in ihrem Blick und das machte mich wieder rasend. „Sie war doch selber schuld!“, flüsterte mir der Dämon ein. Der Zorn übernahm, ich lud durch und drückte erneut ab. Ihr erschrockener Blick brannte sich in meine Seele ein, ich werde ihn niemals vergessen können. Der Dämon lies mich auch sie töten, ich zerbrach daran, er genoss es. Jeder Mensch wird von Zeit zu Zeit wütend. Das ist wohl normal. Auch ich war vorher schon Sauer. Auf Kollegen, Vorgesetze oder die Gesamtsituation hier auf Porta Vier. Aber dieser blinde Zorn, welcher meinen Geist übernahm ist an jenem Tag geboren und seit dem ein ständiger Begleiter. Und Emma war nicht sein letztes Opfer.

Ich verließ jedenfalls das Bad, die Dusche lief noch. Am Rande meines Geistes vernahm ich ein Poltern und Klopfen. Jemand machte sich an meiner Tür zu schaffen. „Frau Grimm? Hier ist Oliver Hill, ich bin von der Siedlungswache! Geht es ihnen gut? Machen sie bitte auf! Uns wurden Schüsse gemeldet.“, wieder hämmerte es an der Tür. „Ich werde jetzt reinkomm….“ Ich öffnete. Er blickte mich verdutzt an. „Herr Grimm? Sie schon hier? Was ist hier geschehen?“, fragte er mich. Ich wollte mir gerade eine Antwort einfallen lassen, meine Tat gestehen, meine Strafe einfordern, da riss Herr Hill die Augen weit auf. Ich drehte mich, um seinem Blick zu folgen. Die Leichen in der Dusche müssen das das Abfließen des Wassers verhindert haben, und so bahnte sich langsam ein dünner roter Wasserfall Stufe für Stufe einen Weg die Treppe herab. Der Uniformierte zog seinen Taser, mich überkam der Dämon. Wie in Zeitlupe sah ich wie Hill auf mich zielte. Ich rollte mich zur Seite weg. Er schoss daneben und lud hastig nach. Ich griff nach meiner Schrotflinte. Er drückte ab. Ich drückte ab. Wir trafen beide. Wo ich zuckend zu Boden ging, wurde er eins mit dem Raum.

So bin ich hier gelandet. Mord im Affekt, lautete die Anklage und ich wurde zu einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt. Nach drei Jahren könne ich, bei guter Führung auf Bewährung raus. Mein Anwalt hat wirklich alles gegeben und selbst wenn ich gewollt hätte, von einer geplanten Tat hätte ich keinen Richter je überzeugen können. Drei Jahre war also der Deal, drei Jahre die ich nur unauffällig bleiben musste, drei Jahre ohne besondere Vorkommnisse.

Der Knast war nicht so schlimm wie erwartet. Ich lebte mich schnell ein und entdeckte viele tolle Dinge, um mir die Zeit zu vertreiben. Da war zum Beispiel das Lesen. Ich habe schon immer gerne gelesen, hatte aber oft keine rechte Möglichkeit. Entweder ich war zu beschäftigt oder die Arbeit hat mich zu sehr erschöpft, so dass ich keine drei Seiten weit kam ohne vorher einzuschlafen. Die Bücher gaben mir eine willkommene Möglichkeit mich in andere Welten zu flüchten, das Vergangene zu verdrängen und meine Situation erträglicher zu machen. Zudem fand ich Gefallen daran Sachbücher zum Thema Mechanik zu lesen. Damals fasste ich den Entschluss, nach dem Gefängnis, eine Umschulung zu machen und eine eigene kleine Werkstatt zu eröffnen. Aber nicht nur die Bibliothek fesselte mich. Mein zweitliebster Zeitvertreib wurde das Schreinern. Um die Insassen zu beschäftigen und von Dummheiten abzuhalten gab man uns die Möglichkeit in einer Schreinerei zu arbeiten. Ich habe dort nichts Aufregendes gebaut, aber auf meine Vogelhäuschen, Kisten und Holzteller war ich dennoch sehr stolz. Alles in Allem hätte mir das Gefängnis durchaus guttuen können, wäre es nicht ein Ort an dem gewaltbereite, frustrierte und skrupellose Menschen unfreiwillig auf engstem Raum zusammen leben mussten. In diesem Umfeld fiel es mir schwer Ingrimm, so taufte ich meinen Dämon, zu beherrschen. Immer wieder kochte eine vertraute und unwillkommene Wut in mir hoch. Als ich dann eines Tages in eine Prügelei geraten war, ich Narr meinte dazwischen gehen zu müssen, verlor ich dann gänzlich die Kontrolle. Was genau geschah überlasse ich lieber der Fantasie des Zuhörers, denn ganz ehrlich, ich versuche die Sache zu verdrängen, nur so viel, das neudekorieren der Zellen hat Ingrimm meisterlich hinbekommen. Als eine der Wachen uns, oder naja mich fand, musste sie erstmal brechen, dass Ingrimm ihm dann noch feierlich ein Stück Darm um den Hals hing und ihn auf der „Party“ willkommen hieß, machte die Situation nicht besser sondern beförderte uns zunächst für Wochen in Insolationshaft und anschließend in den Todestrakt.

Und hier bin ich nun, am Ende meiner Reise, denn wie gesagt heute ist der letzte Tag meines Lebens. Ich kann die Wachen schon auf dem Gang hören, es ist wohl soweit, ich werde abgeholt. Ich soll meiner gerechten Strafe zugeführt werden, vermutlich der elektrische Stuhl. Hoffentlich ist Ingrimm wirklich ein Dämon, dann wäre ich unschuldig. Möge Gott meiner Seele gnädig sein.
 
Top